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Grillen mit Adi und Wolfram

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© tele, Monika Saulich

Grillen mit Adi und Wolfram

Auch Freundschaft geht durch den Magen: tele zu Gast bei Starkoch Adi Bittermann, der für seinen Kumpel, „heute leben“-Moderator Wolfram Pirchner, grillt.

„Servas!“ „Oida!“ Und dann ein zweistimmiges, gleichzeitiges: „Wie geht’s da?!“ Starkoch Adi Bittermann und ORF-Moderator Wolfram Pirchner begrüßen einander vor der tele-Grill-Session in Bittermanns Haubenrestaurant Vinarium in Göttlesbrunn mit beinahe rührender Herzlichkeit – dabei haben sich die beiden Freunde erst am Vortag gesehen. „Freunde? Wir lieben einander!“ witzelt Pirchner – um dann ernst zu betonen: „Gute Freunde kann ich an einer Hand abzählen. Der Adi gehört sicher dazu.“

„Grill-Professor“
Wichtiges gemeinsames Hobby: das Grillen. Wir beginnen mit grünem Spargel, eingelegt in naturtrübem Apfelsaft. „Kann man den Spargel auch in Calvados einlegen?“, fragt der zweifach mit dem Romy als „Beliebtester Moderator“ geehrte Gast. „Ja“, antwortet Bittermann, „aber das würde Stichflammen verursachen.“ Als dann der Spargel, begleitet von Schweins-Koteletts, verkostet wird, breitet sich andächtiges Schweigen aus. Das butterweiche Fleisch schmeckt herrlich saftig und rauchig, sogar das Fett – oft eher störend – ist ein Geschmacks­erlebnis. Wie das geht? „Gute Fleisch­qualität verwenden. Ein paar Stunden vorher mit grobem Meersalz, das auch als Botenstoff fungiert, einsalzen, marinieren“, erklärt der Starkoch. „Dann bekommt man ein schönes Schnittbild, es wird butterweich und schneller fertig, weil die Fasern bessere Wärmeleiter werden, Fette und Kollagene zersetzen und …“ „Irgendwann wirst du mit deinen wissenschaftlichen Abhandlungen als Grill-Professor an der Boku unterrichten“, unterbricht Pirchner seinen Freund. „Das faszinierende ist: Wenn du bei Adi einen Grillkurs besuchst und es daheim nachmachst, schmeckt es nie ganz so gut wie bei ihm – trotzdem schauen dich alle mit großen Augen an und packen nicht, wie gut es ist.“

Grillen ist Chillen
Weiteres wichtiges Erfolgsrezept: entspannte Atmosphäre. „Grillen ist chillen, da darf man keinen Stress haben. Das Grillen hilft mir, den Druck, den ein Hauben-Restaurant manchmal auslöst, abzubauen“, erklärt der Gastgeber. „Grillen hat etwas Meditatives und Entschleunigendes, weil man sich wunderbar fokussiert, das ist selten heute. Und Genussfähigkeit gehört zu den wichtigsten mentalen Stärken“, bestätigt Pirchner. Vor knapp zwanzig Jahren litt der „heute leben“-Moderator unter Panikattacken, seine Erfahrungen und Bewältigungsstrategien sind in seinem Buch „Nur keine Panik“ nachzulesen. Sein Fazit: „Jeder hat einen Huscher. Jeder ist psychisch irgendwie angeschlagen, hat zumindest einen Tick, eine Phobie, eine Vorstufe zu Burnout, Depression etc. Wichtig ist, sich das einzugestehen, bei Bedarf professionelle Hilfe aufzusuchen.“ Gefährlich sei der Rat: Reiß dich zusammen. „Ich habe mit Leuten gebrochen, die mir das gesagt haben“, so der gebürtige Tiroler. Wichtigste Erkenntnis: „Man muss nicht perfekt sein.“

Grill-Krimi
Sein zweites Buch, „Nicht ohne meinen Schweinehund“, widmet sich Wegen zum „lustvollen Leben“. Gibt es schon Ideen für ein drittes Buch? „Vielleicht schreibe ich einen Grillkrimi, wo ein Grillkurs-Teilnehmer den Grillpapst bestialisch ermordet.“ „Das bringst nicht einmal im Buch übers Herz, Wolfram.“ „Eh nicht.“ Was Wolfram Pirchner an Adi Bittermann schätzt? „Anders als viele andere hat er nie meine Nähe gesucht, weil ich ein bekannter Fernsehkasperl bin. Das ist ihm komplett wurscht. Der Adi ist ein treuer, empathischer Mensch. Redet nicht viel, aber was er sagt, hat Hand und Fuß. Er spricht auch unbequeme Wahrheiten aus, wenn es sein muss. Und er grillt die besten Flat Iron Steaks überhaupt.“

Von Wolfgang Knabl

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