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Gosford Park

Gosford Park
Teaser:
So, what have we got? 1932: Kammerzofe Mary Maceachran (Kelly MacDonald) freut sich sincerely, denn sie darf ihre Chefin Lady Constance (Maggie Smith), Countess of Trentham, zur feinen Jagdgesellschaft nach Gosford Park begleiten.
Veröffentlicht:
12.06.2002
Die Gastgeber, Lady Sylvia McCordle (Kristin Scott Thomas) und Sir William McCordle (Michael Gambon), haben eine Menge sophisticated People um sich geschart, wie den britischen Stummfilm-Star Ivor Novello (Jeremy Northam) und den amerikanischen Filmproduzenten Morris Weissman (Bob Balaban), for instance.

Während sich die feine Gesellschaft mit ihrer Politeness gegenseitig langweilt, herrscht ein hektisches Treiben beim zahlreichen Dienstpersonal - bei Butlern, Dienern, Köchinnen und Dienstmädchen. Von den festgefügten Ritualen der Society werden sie nur beiläufig berührt, denn sie selbst haben nicht minder eingefahrene Habits, wie man den Tee bemilcht zum Beispiel. Die beiden Welten sind also nicht nur durch die Räume und Stockwerke des Schlosses komplett voneinander getrennt, are they? Aber so unterschiedlich wie es scheint sind die hierarchisch abgestuften Gesellschaften dann doch nicht, die Anrede der Bediensteten erfolgt unter sich sogar mit den Namen der Arbeitgeber.

Mary freundet sich derweil mit Elsie (Emily Watson), dem ersten Hausmädchen, an, das ihr Einblick unter die sicht- und hörbare Oberfläche der geladenen Gäste gibt. Doch dann geschieht ein Mord und Inspector Thompson (Stephen Fry) stößt auf eine Wand des Schweigens.

Ufff, da haut es selbst den Fan des very British Kinos von den Socken. Regisseur Robert Altman greift mit seinen mittlerweile 77 Jahren noch einmal in die Vollen: Die erste Garde der britischen Darsteller-Gilde (Maggie Smith, Emily Watson, Kristin Scott Thomas, Jeremy Northam, Alan Bates u.a.) gibt sich ein Stelldichein, um eine hochkomplizierte Story zu erzählen, die wiederum aus so zahlreichen Verstrickungen und Verwirrungen besteht, dass sie als Storylabyrinth bezeichnet werden muss. Dabei ist der Mord nur der Putz über den wackeligen Backsteinen.

Da verzweifelt eventuell sogar der konzentrierteste Kinogucker, der sich dadurch auszeichnet, dass er vor lauter Aufmerksamkeit nie das eigentlich unüberhörbare Rascheln der Chipstüten bemerkt. Aber in Zeiten, in denen man für 90 Prozent der gezeigten Streifen ohne schlechtes Gewissen einen Einheitstitel kreiern könnte, weil sie aus der Traumfabrik für den Massengeschmack stammen, ist es eine schöne Abwechslung, sich im Kinosessel ausnahmsweise richtig anstrengen zu müssen. Zur Not auch ein zweites Mal...
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