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Das österreichische Fernsehmagazin

Don't Come Knocking

Don't Come Knocking
Starttermin:
Ab 25. September 2005 im Kino
Teaser:
Howard Spence (Sam Shepard) erwacht eines Morgens und zieht das Resümee seines Lebens: Er ist sechzig Jahre alt und ein mittlerweile abgehalfterter US-Filmstar, der vom Alkohol ebenso abhängig ist wie von der Zuwendung junger Frauen.

Veröffentlicht:
23.08.2005
Genau genommen gibt er eine äußerst traurige Figur ab. Als ihm dies bewusst wird, reitet er während der Dreharbeiten zu seinem Western in voller Kostümierung einfach die Straße hinunter und haut ab: eine Flucht vor der deprimierenden Realität seines Lebens.

Wohin geht man, wenn die Wogen des Lebens über einem zusammenbrechen? Genau, heim zu Muttern nach Nevada. Ein historisches Ereignis bei Familie Spence: Howards Mum (Eva Marie Saint) ist 80 und hat ihren Junior seit 30 Jahren nicht mehr gesehen, kennt die Höhen und Tiefen seines Lebens nur aus den Zeitungen.

Der Alkoholiker Howard hält es nicht lange ohne Sprit aus und versackt erst im örtlichen Casino, um dann in einer Ausnüchterungszelle aufzuwachen. Seine Mama holt ihn schließlich ab. Sie erzählt Howard, dass vor rund 25 Jahren eine schwangere Frau auf der Suche nach ihm bei ihr aufgetaucht sei. Für Howard ist der Gedanke, er könne Vater sein, ein echter Lichtblick: Er stellt es sich ganz zauberhaft vor, von seinem kümmerlichen Dasein zum bürgerlichen Familienleben wechseln.

Mittlerweile hat sich ein Privatdetektiv auf die Spuren des Drehort-Flüchtlings begeben: Howards Filmbosse sind nämlich ziemlich wütend, weil mit seiner Abwesenheit am Set jede Menge Geld verloren geht. Sie beauftragten Sutter (Tim Roth), der wie ein Kopfgeldjäger sofort die Witterung aufnimmt.

Howard findet in Butte, Montana, tatsächlich die Frau, mit der er zwanzig Jahre zuvor einen fruchtbaren One-Night-Stand hatte. Doreen (Jessica Lange) arbeitet noch im gleichen Diner wie damals als Bedienung. Ihr Sohn Earl (Gabriel Mann) ist ein Musiker und lebt im selben Ort, lehnt seinen nie gekannten Vater aber sofort ab. Dann taucht auch noch die gleichaltrige Sky (Sarah Polley) auf und bald wird klar, dass auch sie ein Produkt des regen Sexlebens Howards ist. Als sich Earl und Sky begegnen, wird die ganze Sache erst richtig kompliziert...

Der deutsche Regisseur Wim Wenders macht keinen Hehl aus seiner Vorliebe für amerikanische Landschaften. Die Weite des Landes wird in fantastischen Bildern eingefangen, die nicht zufällig an Edward Hopper erinnern.

Sam Shepard, wie auch in Wenders' Filmklassiker "Paris, Texas" (1984) für das gemeinsame Drehbuch mit verantwortlich, brilliert zugleich in seiner Rolle als desillusioniertes Wrack. Ein Film für USA-Fans - und für Leute mit Faible für Wenders-typische nüchterne Erzählweise.
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