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Ich bin Sam

Ich bin Sam
Teaser:
Dieser Film ist ganz und gar keine Fortsetzung von "Ghost - Nachricht von Sam" (1990), könnte aber durchaus dessen Erfolg erreichen. Warum? Lesen Sie mal diese ergreifende Story...
Veröffentlicht:
07.05.2002
Sam Dawson (Sean Penn), Ende dreißig, ist geistig behindert. Diese Tatsache hat aber keinen Einfluss auf die Zufriedenheit in seinem Leben. Sam hat einen Job als Servierer im Kaffeetempel Starbucks (dürfte Coca-Cola und McDonald's in Sachen Filmappearancefrequenz mittlerweile abgehängt haben) und Kumpels, die zwar auch sein Schicksal teilen, aber die Bezeichnung Freunde allesamt mehr als verdienen.

Das Schönste in Sams Leben ist jedoch seine kleine Tochter (Dakota Fanning). Lucy hat er sie genannt, nach dem Beatles-Song "Lucy in the Sky with Diamonds". Ihre Mutter ist eine Obdachlose, die vor knapp acht Jahren von Sam aufgenommen und geschwängert worden war. Vater und Baby wurden von ihr kurz nach der Geburt sitzen gelassen.

Nichtsdestotrotz geht es Lucy gut. Sam ist der liebevollste Vater, den man sich vorstellen kann, bei Dingen, die ihn überfordern (und das sind nicht wenige), hilft die klaustrophobische Nachbarin Annie (Dianne West) aus.

Die Idylle zerbricht, als Lucy sieben ist. Sie merkt, dass ihr der eigene Vater intellektuell nicht mehr das Wasser reichen kann, will ihm aber auf keinen Fall weh tun. Leider bekommen auch ihre Mitschüler Sams Behinderung mit und natürlich spotten sie über ihn. Es kommt noch viel schlimmer. Ein Junge behauptet, Lucy sei adoptiert. Die Behörden schöpfen Verdacht und der gutgläubige Sam wird auch noch mit einer Prostituierten erwischt, auf die er hereingefallen ist. Eine Richterin beschließt, Lucy vorläufig ins Heim zu stecken.

Sam braucht Hilfe. Star-Anwältin Rita Harrison (Michelle Pfeiffer) verweigert sie ihm anfangs zwar, doch als ihr von Kollegen vorgeworfen wird, sie würde nur den Profit und eigenen Erfolg suchen, übernimmt sie Sams Fall.

Der Film ist klasse! Wahrscheinlich muss man aus dem Kinosaal schwimmen! Ein Film, bei dem auch echte Männer weinen! Und genau da liegt das Problem: Eine Intention von "Ich bin Sam" soll doch sicher sein, den Zuschauer darüber reflektieren zu lassen, ob einem Menschen mit erheblich unterdurchschnittlichem IQ das Recht zugestanden werden darf, sein Kind eigenständig zu erziehen. Wie soll man aber an diese Reflexion objektiv herangehen, wenn Rita Harrison wie Martin Luther King wettert, Lucy Kulleraugen mit Kullertränen im Gesicht hat und Sam leidet wie Jesus am Kreuz?

Ein schöner Film, ein trauriger Film, aber kein Beispiel für die Wirklichkeit.
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