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Nicht auflegen!

Nicht auflegen!
Teaser:
Nach dem fragwürdigen Genuss dieses Films werden Sie es sich zweimal überlegen, an das klingelnde Telefon einer öffentlichen Telefonzelle zu gehen - falls Sie nicht bereits beim ersten Geräusch kreischend weggerannt sind.
Veröffentlicht:
05.08.2003
Der Protagonist, ein schmieriger Yuppi namens Stu Shepard (Colin Farrell), begeht jedenfalls eines Tages den Fehler, einen solchen Telefonhörer mitten in der belebten New Yorker Innenstadt abzunehmen. Eigentlich wollte er nur heimlich seine Geliebte anrufen.

Prompt wird er von einem Heckenschützen (Kiefer Sutherland) bedroht: "Wenn du auflegst, bist du tot." Rot leuchtet der Laser des Zielgerätes auf Shepards Brust. So wird der nicht zufällig ausgewählte Todeskandidat Shepard zur hilflosen Marionette des Scharfschützen, der zum Beweis seiner Macht einen Passanten abknallt.

Natürlich tritt dann auch noch die Polizei auf den Plan, die Shepard für den Killer hält und versucht, ihn aus der Telefonzelle herauszulocken. Es scheint unmöglich, den Kriminalbeamten die Verfahrenheit seiner und aller Situation klarzumachen; jederzeit kann wieder ein Mensch getötet werden...

Der Film sollte ursprünglich schon letzten Oktober in die Kinos kommen, wurde dabei jedoch von der Realität überholt und verschoben: Wir erinnern uns alle an den so genannten Sniper von Washington. Vom gleichen Machtgefühl, das der geisteskranke Ex-Soldat beim Herumballern aus seinem Wagen empfunden haben muss, ist auch der Film-Täter besessen.

Joel Schumacher drehte den rasanten Thriller in Rekordzeit ab: Zehn Tage waren nur nötig, um die spannungsgeladene Handlung in Echtzeit auf Zelluloid zu bannen. Dagegen ist "Wenn du anhältst, bist du tot" (also "Speed", 1994) eine Busfahrt zum Kindergeburtstag.
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