0%
 
 
Loading
Samstag, 03.12.2016 03:31 Uhr
Guten Abend!
| Jetzt anmelden
Crazy Heart
© Lorey Sebastian

Crazy Heart

Oscar-reifer Jeff Bridges als Country-Sänger Bad Blake
Starttermin:
01.07.2010
Veröffentlicht:
02.07.2010
 

Sänger Bad Blake (Jeff Bridges) ist scheint's am Ende seiner Karriere angelangt. Der einstige Star am Country-Himmel tingelt durch kleine Beisln und Bowling-Bahnen. Andere, jüngere Männer sind an seine Stelle gerückt, allen voran Tommy Sweet (Colin Farrell). Dabei hat Bad ihm selbst einst alles über Country beigebracht. Für eine eigene Band reicht's bei ihm selbst schon lange nicht mehr, mit einem neuen Album ist nicht zu rechnen. Schließlich fallen Bad auch keine neuen Songs mehr ein. Also spult Bad uninspiriert wie missmutig sein Programm ab, fährt mit seiner uralten Karre von Motel zu Motel, raucht wie ein Schlot und säuft Whiskey. Beim Fahren, nachmittags, beim Spielen, nachts. Telefoniert mit dem Manager, pöbelt ein bisschen herum. Schläft nach jedem Konzert mit den immerhin noch gelegentlich anwesenden Groupies, aber auch die werden zunehmend älter. Eines Tages fragt eine junge Journalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) um ein Interview – Bad ist das professionelle Interesse gar nicht mehr gewöhnt. Aber es gefällt ihm, außer ihre Fragen werden zu persönlich. Sie persönlich gefällt ihm noch viel besser. Die junge Mutter eines Sohnes bringt den verwitterten Musiker zum Aufblühen. Unter der selbstgebastelten Schicht aus Zynismus und Ablehnung erscheint ein fast jugendlicher Mann. Sogar in ihren Sohn verliebt er sich. Doch so einfach kann es für den alten Trunkenbold kein Glück geben – zuviel steht für die junge Frau am Spiel.

 

Jeff Bridges bekam für seine Rolle als Bad Blake völlig verdient seinen ersten Oscar. Grummelig und warmherzig, rabaukig und mit Mut zur Hässlichkeit porträtiert er einen Mann, der sich längst alle Illusionen abgeschminkt hat. Gleichzeitig ist durchaus verständlich, warum sich eine junge Frau, zurückgenommen und gleichzeitig emphatisch dargestellt von Maggie Gyllenhaal, in ihn verlieben kann. Ein wunderbarer Film und ein wenig auch die Neubewertung einer Musikrichtung, die hierzulande zu Unrecht verpönt ist. Außerdem: Jeff Brigdes singt alles selbst. Sehr schön.

 
 

Kommentare

Melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.
0 Kommentare

Werden Sie Fan von tele.at

©tele - Zeitschriftenverlagsges.mbH & Co KG

10.61.5.115