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Das österreichische Fernsehmagazin

Die Fremde

Die Fremde
© Filmladen Filmverleih
Starttermin:
19.03.2010
Veröffentlicht:
19.03.2010
Hervorragend besetztes Drama um eine junge Türkin auf der Suche nach Unabhängigkeit.

Umay (Sibel Kekilli) ist 25 Jahre alt. Sie lebt mit ihrem Mann, seiner Familie und ihrem kleinen Sohn Cem in der Türkei. Sie muss sich unterordnen, wird geschlagen. Eines Tages nimmt sie Cem an der Hand und flüchtet zurück nach Berlin – zu ihrer Familie. Doch damit wendete sie sich an die falsche Stelle um Hilfe. Zurückgehen soll sie, der Familie keine Schande machen. Vater, Mutter und Geschwister wenden sich gegen sie, als sie mit ihrer Tat die Hochzeit der kleinen Schwester gefährdet. Man will ihr den Sohn wegnehmen, ihn zurück zum Vater schicken. Als Umay in ein Frauenhaus flüchtet, gelingt es ihr, ein wenig Ruhe in das Leben mit ihrem Sohn zu bringen. Sie nimmt einen Job an, lernt einen netten jungen Mann kennen. Doch die gesellschaftlichen Zwänge, die ihr Leben bestimmen, sind so leicht nicht abzuschütteln - das Schicksal hat bereits seinen unausweichlichen Lauf genommen.

Die junge Wiener Filmemacherin Feo Aladag hat in zweijähriger Knochenarbeit für ihren Film recherchiert. Ihr und der unvergleichlichen Sibel Kekilli ("Gegen die Wand") ist ein berührendes Drama gelungen, das die Hintergründe jener Geschichten vom "Ehrenmord" erzählt, von dem viel zu oft in den Zeitungen zu lesen ist. Aladag zeigt Protagonisten, die gefangen sind in Konventionen und Machtverhältnissen, die auch jene unfrei machen, die Macht ausüben. Ein unglaublich starkes Ensemble bestehend aus türkischen Star-Schauspielern genauso wie aus dem Resultat von Street-Castings verleiht diesem Drama zusätzliche Stärke. Keine schöne Geschichte, aber eine die erzählt werden muss.

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