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Ernst sein ist alles

Ernst sein ist alles
Teaser:
England gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Algernon (Rupert Everett) und sein bester Freund Jack (Colin Firth) sind Dandys. Dandyismus laut Duden: "[...] Lebensstil, für den Exklusivität in Kleidung u. Lebensführung sowie ein geistreich-zynischer Konversationston u. eine gleichgültig-arrogante Haltung typisch waren." Diese Art der Lebensführung verbietet sozusagen die Akzeptanz von Verantwortung oder gar Verpflichtungen.
Veröffentlicht:
09.09.2002
Um diese unangenehmen Begleiterscheinungen des Lebens außen vor zu lassen, ersinnen sich die beiden Schlauberger imaginäre Sorgenkinder, um die sie sich scheinbar gerade immer dann kümmern müssen, wenn es in irgendeiner Form brenzlig wird. Algernon bricht dann zu Bunbury auf, seinem angeblich kranken Bekannten auf dem Lande; Jack reist dagegen öfters in die Stadt, um seinen nicht existierenden, dafür aber sehr flatterhaften Bruder Ernst auf den Pfad der Tugend zurückzuführen. In Wahrheit ist er selbst intensiv damit beschäftigt, Letzteren andauernd zu verlassen.

Die leichte Komödie um Ernst-hafte Ausreden und Missverständnisse ist inzwischen die zweite Vorlage Oscar Wildes, die Regisseur Oliver Parker für eine filmische Adaption verwendete. 1999 setzte er "Der perfekte Ehemann" um - mit Rupert Everett als Lord Arthur Goring. In beiden Filmen spürt man die Sensibilität, mit der Parker an die Umsetzung des literarischen Stoffes herangeht, damit aus der Adaption möglichst wenig Modifikation wird. Er verzichtet auf eitle Selbstverwirklichung und überlässt dem geistreichen, originalen Dialogwitz auch im Film die Bühne.
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