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Tatort: Kärnten

Tatort: Kärnten
© tele/Franz Jellen
Veröffentlicht:
24.10.2012
In seinem 30. „Tatort“ verschlägt es Harald Krassnitzer alias Moritz Eisner zum ersten Mal nach Kärnten. Beim Setbesuch in Bad Eisenkappel wird klar, dass dieser Austro-Tatort außer Krimispannung auch ein gehöriges Maß an nicht bewältigter (Kriegs-)Vergangenheit mit sich bringen wird.

Ein strahlender Oktobertag am Fuße der Karawanken, nahe der kärntnerisch-slowenischen Grenze. Der ORF und Graf Film haben zum Setbesuch geladen, gedreht wird der „Tatort – Grenzland“ mit Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser. Und zwar an einer Stätte, die es Ende des Zweiten Weltkriegs zu trauriger kriegshistorischer Berühmtheit brachte.
Denn hier in Bad Eisenkappel (Železna Kapla) wurde  am 25. April 1945 durch NS-Einheiten am abgelegenen Peršmanhof – damals ein zentraler Stützpunkt für den PartisanInnenwiderstand gegen das NS-Regime - ein Massaker an elf Zivilisten verübt. Das NS-Kriegsverbrechen im Grenzgebiet blieb ungesühnt, die Ermittlungen wurden 1949 aus ungeklärten Gründen eingestellt. Heute ist im Bauernhof  ein kleines Museum zu Geschichte und Widerstand der Kärntner Slowenen während der Zeit des Nationalsozialismus untergebracht.

Sehen Sie hier Fotos vom Set zum Tatort-Dreh.

Lesen Sie hier das Exklusivinterview mit Krassnitzer-Gegenspieler Juergen Maurer.

Ein Tatort mit Vergangenheit

Das Peršmanhof-Massaker spielt auch im neuen „Tatort“ eine nicht unwesentliche Rolle. Gedreht wird in Bad Eisenkappel gerade in einem Altersheim. Dort ist Anton Wiegele (Peter Mitterrutzner), ein alter Steinbruchbesitzer und Vater des „Ortskaisers“ Franz Wiegele (Juergen Maurer) untergebracht. Die Wiegeles – den jüngsten Sproß der Familie spielt  Aaron Karl - werden zu Hauptverdächtigen in einem vielschichtigen  Kriminalfall, der damit beginnt, dass Moritz Eisner in Kärnten angeschossen wird. Durch eine Kopfwunde erleidet er eine retrograde Amnesie und kann sich weder an die Tat, noch den Grund für seinen Aufenthalt in Kärnten erinnern. Als er während seines Krankenstands in Wien kein Licht ins Dunkel bringen kann, macht  er sich auf eigene Faust neuerlich auf den Weg nach Kärnten. Tochter Bibi  aufgelöst vor Sorge um den Vater – folgt ihm, gemeinsam wollen sie herausfinden, was passiert ist. Dann wird in jenem Steinbruch, in dem auch Eisner angeschossen wurde, die Leiche der Filmemacherin Maja (Bojana Golenac) aufgefunden. Maja war eine alte Bekannte des Wiener Kommissars. War er ihretwegen in Kärnten? Rechtsnationale Hass-Kritzeleien deuten darauf hin, dass die junge Frau, die gerade an einer brisanten Doku über das Peršmanhof-Massaker arbeitete, davongekommenen Tätern zu gefährlich wurde und deshalb sterben musste.

Premiere für Kärnten

Der 30. Einsatz für Moritz Eisner  ist zugleich der erste „Tatort“, der (zu 75 Prozent) in Kärnten gedreht wird und der erste, den die Graf Film (Klagenfurt, München) produziert . Warum es nicht schon früher mit einem Eisner-Krimi im Süden Österreichs geklappt hat, erklärt ORF-Film- und Fernsehchef Dr. Heinrich Mis so: „Den Plan für einen Kärnten-Tatort gibt’s schon länger. Jetzt gibt es auch eine Geschichte, die da mitspielt.“ Nachsatz: „Kärnten dient ja normalerweise als Hintergrund für Romanzen und Schmonzetten. Aber wie man sieht: Das Böse ist immer und überall …“
Die Vorlage für das Drehbuch von Sascha Bigler (Christiane Hörbigers Sohn, der auch – erstmals bei einem Tatort – Regie führt) stammt aus der Feder von Bernd Liepold-Mosser. Drehorte in Kärnten sind neben Bad Eisenkappel auch Feistritz, das alte LKH Klagenfurt und ein Steinbruch in Haimburg.
„Tatort – Grenzland“ wird voraussichtlich schon im Frühjahr 2013 ausgestrahlt. Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser stehen schon ab 29. Oktober für einen weiteren „Tatort“ – es ist der dritte im Jahr 2012 – vor der Kamera.

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