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Straßenkünstler: Viggo Mortensen im Interview

Straßenkünstler: Viggo Mortensen im Interview
© Filmladen
Veröffentlicht:
10.10.2012
tele traf Hollywood-Star Viggo Mortensen zum Gespräch über die lang erwartete Literaturverfilmung „On the Road“, Drogen, Weltreisen und korrigierbare Fehler.

Cannes im Mai, gerade eben hatte „On the Road“ Premiere. Bevor die Journalisten mit ihren Fragen loslegen können, eine kurze Vorstellungsrunde. „Ich bin Viggo“, sagt Viggo.

tele: Wann haben Sie „On the Road“ zum ersten Mal gelesen?
Viggo Mortensen: Ich war damals 17 Jahre alt und verstand das alles natürlich nur sehr oberflächlich: Ich wollte den Führerschein machen, Drogen nehmen und losfahren. Und ich hätte gern in dieser Zeit, den 50erjahren gelebt. Jetzt betrachte ich das natürlich im sozialen und kulturellen Kontext.

Wie ging es Ihnen mit Ihrer Figur, William S. Burroughs?
Es machte Spaß, ich mochte ihn. Er hatte natürlich eine schreckliche Seite, er hat immerhin seine Frau erschossen. Ich habe mit Amy Adams aber sehr gerne gedreht (lacht).

Sie fuhren früher viel Motorrad, sind Sie auch heute noch oft unterwegs?
Ich bin schon lange nicht mehr auf einem Motorrad gesessen. Ich hatte einen schlimmen Unfall und hab mir seither keines mehr gekauft. Aber ich reise immer noch gerne, ich war schon überall unterwegs: Quer durch Kanada, die USA, quer durch Europa, auch den Osten, war ziemlich viel in Russland. Ich reiste früher viel per Zug oder Autostopp, durch Island, auch durch Argentinien. Ich war echt viel unterwegs.

Sie haben in den letzten Jahren weniger Filme gedreht …
Es gab einen Krankheitsfall in meiner Familie, da konnte ich für eineinhalb Jahre gar nicht drehen, weil ich sonst nicht bei meiner Familie hätte sein können. Aber ich war sehr beschäftigt: Da war das Theaterstück in Spanien, voriges Jahr ein Film in Argentinien … Es gab Zeiten, vor allem am Beginn meiner Karriere, da brauchte ich einfach Geld für Essen und Miete. Da hatte man Glück, wenn man irgendeinen Job aufstellte. Inzwischen kann ich davon leben, manchmal wirklich gut, manchmal weniger, aber ich muss keine Projekte mehr machen, wenn ich nicht will. Ich versuche eine gute Story zu finden, das dauert manchmal eben länger.

Viele Schauspieler sind mit kleinen Rollen nicht glücklich …
Man kann als Hauptdarsteller leichter Fehler machen, weil man sie anderswo korrigieren kann und es dann so aussehen lässt, als wäre der Fehler absichtlich gewesen (grinst). In einer Nebenrolle geht das nicht. Das ist wie der Unterschied zwischen einem Gedicht und einem Roman: Man muss präziser sein. Aber grundsätzlich hat jede Szene in jedem Film ihren eigenen Wert und muss funktionieren, mich kümmert so etwas nicht.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Julia Pühringer

Kino-Tipp "On The Road"

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Straßenkünstler: Viggo Mortensen im Interview
Interviews, 10. Oktober 2012
Cannes im Mai, gerade eben hatte „On the Road“ Premiere. Bevor die Journalisten mit ihren Fragen loslegen können, eine kurze Vorstellungsrunde. „Ich bin Viggo“, sagt Viggo. tele: Wann haben Sie „On the Road“ zum ersten Mal gelesen?Viggo Mortensen: Ich war damals 17 Jahre alt und verstand das alles … mehr >
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