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Kult-Schauspieler Ben Becker im Interview

Kult-Schauspieler Ben Becker im Interview
Veröffentlicht:
27.09.2012
Ben Becker rockt: Der „Comedian Harmonists“-Darsteller, viermalige „Jedermann“ in Salzburg und begeisterte „Braunschlag“-Fan im tele-Talk über Jux & Tollerei und Musik von Ambros bis Rammstein.

Am 8. Oktober wird Ben Becker im Wiener Konzerthaus das einzige Österreich-Konzert seiner Tournee geben. Im Programm „Den See“ huldigt er dem Akkusativ sowie Songs von Großmeistern wie Willy DeVille, Leonard Cohen und Wolfgang Ambros (!). Gibt es was Schöneres, als einen Abend, an dem ein Mann mit tiefer Stimme rauchend melancholische Songs großer Männer singt? Eben.

Wie kam’s zu der neuen Konzert-Tournee?

Ich wollte nicht abwarten, ich wollte raus mit den Songs, die ich hatte. Ich möchte, dass sich das Programm bewegt. Das besteht aus meinen eigenen Songs und Songs, die mich inspirieren. Es ist ja ein Statement von mir, zu sagen, den Lieblingssong pack ich mit rein und den. Da kriegen die Leute ja auch was von mir mit, abgesehen von meiner eigenen Lyrik.

Sie covern auch Wolfgang Ambros – früher machte der Austropop ja auch in Deutschland Furore …

Falco hat vielleicht in Deutschland viele Platten verkauft, aber Deutschland ist ja auch nu ein bisschen größer. Aber wenn ich jetzt in Deutschland sage, „Ich covere ‚Heite Drah I Mi Ham‘ vom Wolfgang Ambros“, weiß dort kein Mensch, was das ist.

Welche Musik hören Sie privat?

Zuhause höre ich fast nie Musik, auch im Auto ungern. Ich hör Musik nur, wenn mir danach ist. Und dann geb’ ich manchmal auch richtig Gummi. Mit Motörhead, den Böhsen Onkelz, Rammstein, so Zeug.

Sie sind in Ihren Songs ein Mann der großen Gefühle – gehen die in unserer Zeit ein wenig verloren?

Absolut. Wir leben in einer komischen Zeit. Alle haben ein Handy und jeder macht Fotos und stellt sie auf Facebook … Es ist nichts mehr geheim und man ist nur noch unterm Reagenzglas, die Zeiten eines Mikrokosmos.

20120901_PD3617.HRSie leben den Rock’n’Roll – aber ganz lässt Sie das Konzept vom bürgerlichen Leben nicht kalt, oder?

Ich werde ja andauernd damit konfrontiert. Und die Bürgerlichen kucken auf mich und schütteln den Kopf und ich kuck die an und schüttel auch mit dem Kopf. Und alle schütteln mit dem Kopf, aber ich bin in der Minderzahl. Also denkt man manchmal darüber nach, ob man nicht doch eventuell bürgerlich werden sollte. Ein Kind hab ich, geheiratet hab ich noch nicht, aber ich betätige mich gerne in der Gartenarbeit. Und trotzdem kann ich dabei die Sex Pistols hören! (Ben Becker hat zwei Wochen nach dem Interview seine langjährige Lebensgefährtin geheiratet, Anm. d. Red.).

Sie haben im Laufe Ihrer Karriere viel Zeit in Österreich verbracht. Wie ist Ihre Beziehung zu diesem Land?

Ich liebe es. Es gibt in Österreich viele wahnsinnige Künstler, die mir sehr zusagen. Tiefgehend, was die Melancholie und die Traurigkeit angeht, aber auch mit großem Humor. Das reicht von Wolfgang Ambros bis David Schalko. Ich habe jede Folge von „Braunschlag“ fünfmal gekuckt, nur die letzte Folge hab ich mich noch nicht getraut, weil ich keinen Bock habe, dass es vorbei ist.

Sind Sie immer noch für Jux und Tollerei zu haben?

Ich habe keine Lust mehr dazu, in dem Moment, wo das überhandnimmt, und Du wirst dadurch nicht mehr ernst genommen, macht mir das keinen Spaß mehr. Um mit Schiller zu sprechen, „Der Gedanke verdient Vergötterung“. Das reicht mir. Meistens.

20120830_PD5887.HRWie haben Sie sich beim „Jedermann“ mit Nicholaus Ofczarek verstanden? Normalerweise kann es von Männern Ihres Kalibers im Raum nur einen geben, oder es explodiert etwas …

Ja, das explodiert ja auch, aber das reicht ja, wenn's bei mir in der Garderobe explodiert. Wir sind total verliebt. Und zwar über beide Ohren. Ich zeige Dir mal die SMS, die wir uns schreiben: „Ich liebe Dich, dein Ben“, „Liebe zurück, Bussi Nicki“. Man hat mich vor Herrn Ofczarek gewarnt und ich war wirklich auf Habt-Acht, als ich ihn kennengelernt habe. Aber ich habe mich schlagartig verliebt. Wären wir schwul, würden wir heiraten, haben wir beschlossen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Interview: Julia Pühringer

Ben Becker spielt am 8.10. im Wiener Konzerthaus mit seiner Band das Programm „Den See“. tele verlost dazu Tickets!

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Interviews, 27. September 2012
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