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Jean Reno sorgt für Thrill in der Küche!
© Gaumont

Jean Reno sorgt für Thrill in der Küche!

tele erzählte er in Berlin, wie man eine Frau einkocht …
Veröffentlicht:
05.06.2012
 

In „Kochen ist Chefsache“ verlässt Jean Reno als Chefkoch die Inspiration. Ein durchgeknallter Jungkoch (Michaël Youn) verschafft Abhilfe …
Im tele-Interview in Berlin gaben die beiden Spaßvögel bereitwillig Auskunft: Über die Schneidtechniken und Verbrennungen, McDonalds, den Michelin-Guide, Kochshows und Frauen. Was für Kerle.

Im Film können Sie verdammt gut mit Messern umgehen – alles nur gespielt?

Michaël Youn: Jean ist ziemlich gut!

Jean Reno: Nein. Ich kann schon ein bisschen kochen, aber das war's auch schon. Aber wir haben bei Dreisterne-Koch Alain Ducasse Stunden genommen … Michaël Youn: Naja, es war nicht Ducasse selbst, es war sein Stellvertreter. Er selbst wäre viel zu teuer (lacht). Um so schneiden zu können, braucht man sechs Monate Übung.

Jean Reno (grinsend): Stimmt, schließlich muss man zwei Dinge lernen: Längs- und Querschneiden!

Sind Sie jetzt bessere Köche?

Michaël Youn: Mein Problem ist, mein Haus ist gerade eine totale Baustelle – ohne Küche. Ich bin also sehr gut im Essen Bestellen, in McDonalds ...

Franzosen essen bei McDonalds?

Michaël Youn (kichert): Pschschscht, das ist ein Geheimnis. Sonst fangen wir noch einen Krieg an ...

Haben Sie sich oft geschnitten?

Jean Reno: Er hat sich öfter geschnitten als ich.

Michaël Youn: Und verbrannt! Mit Öl! Aber er hat schließlich "Ronin" gedreht, da hat er sich auch schnell bewegen müssen. Kein Wunder, dass ihm das nicht so oft passiert ist.

Aber ins Restaurant gehen Sie schon gern?

Jean Reno: Also dem Michelin-Guide folge ich nicht. Aber ich frage Freunde, wo man gut essen kann. Ich habe keine Lust, einfach irgendwas zu essen. Ich habe das schon so gehalten, als ich noch kein Geld hatte: Wenn man pleite ist, sollte man nicht irgendeinen Fusel trinken, sondern lieber ein paar Tage warten, bis man sich eine gute Flasche leisten kann.

Michaël Youn: Das ist das Schöne, wenn man Geld hat: Man kann die rechte Spalte auf der Speisekarte ignorieren.

Was ist das Schöne am Kochen?

Jean Reno: Die Idee dahinter ist, großzügig zu sein, eine Mahlzeit zu teilen. Man kann das auch zum Zwecke der Verführung einsetzen! Man versucht sich selber und jemand anderem eine Freude zu machen.

Stimmt es, dass Männer, die gute Liebhaber sind, auch die besseren Köche sind?

Michaël Youn (lacht): Jaja, ich bin ein großartiger Koch! Aber es stimmt schon: Wenn man ein guter Koch ist, dann deshalb, weil man auf die Bedürfnisse des Anderen eingeht, darauf hört, was der gern mag. Bei der Liebe ist das wohl genauso: Man versucht jemandem zuzuhören, zu verstehen, was dem anderen gut tut. Also: Ja, klar.

Haben Sie Lieblingsrezepte, wenn's darum geht, eine Frau zu verführen?

Jean Reno: Der wichtigste Rat ist: Versuchen Sie nicht, was zu kochen, was Sie noch nie ausprobiert haben. Nehmen Sie etwas, womit Sie sich auskennen, etwas Einfaches. Ich schlage vor: Heurige Kartoffeln, auf keinen Fall länger als elf, zwölf Minuten kochen, sonst zerfallen sie. Dazu Olivenöl, Salz, Pfeffer und Knoblauch. Die heißen Kartoffeln legt man erst einmal auf die Seite. Dann brät man, worauf man Lust hat. Jakobsmuscheln, das geht ganz leicht, oder ein Stück Fleisch. Das geht schnell und inzwischen sind die Kartoffeln essfertig. Fabelhaft. Man hat fast keine Arbeit, aber sie ist beeindruckt.

Im Film spielen Sie einen Koch, dem nach 20 Jahren die Inspiration ausgeht. Könnte Ihnen das auch passieren?

Jean Reno: Das kann ich ganz leicht beantworten: Ich habe alles, was ich vorher gemacht habe, völlig vergessen. Jetzt kann ich noch über diesen Film reden, aber spätestens im Sommer habe ich ihn vergessen (Michaël Youn heult auf: „Jean wird mich auf der Straße nicht mehr erkennen!“). Ich lebe für das Heute, nicht für das Gestern. Es schmerzt sonst nur, wenn man dauernd daran denkt, wie fantastisch man früher war.

Sie haben beim Drehbuch oft eigene Vorschläge gebracht – mochte das der Regisseur?

Jean Reno: Nein.

Michaël Youn: Jean meinte mal, Regisseure wollen nur deshalb so gern Regie führen, weil sie dann zwei Monate lang der Oberboss sind. Derselbe Typ hat im eigenen Leben überhaupt nichts mitzureden. Nicht mal darüber, was es am Abend zu essen gibt.

Jean Reno: Wir sagen in Frankreich nicht umsonst, „Der Regisseur spielt Gott, wenn Gott gerade nicht da ist".

Sind Sie öfter mal gemeinsam essen gegangen?

Jean Reno: Sicher, ins Charleroi bouchon in den Tuilerien in Paris.

Michaël Youn: Wir sind zwar nicht gleich alt, aber wir haben dieselben Interessen: Wir lieben Autos, Uhren, Essen und Frauen.

In dieser Reihenfolge?

Michaël Youn: Ja! Zuerst kommen die Autos. Nein, im Ernst, natürlich kommen zuerst die Frauen.

Jean Reno: Quelle horreur! Nein, Frauen sind schon was ganz Besonderes, wenn man sie liebt. Männer aber auch.

Sind in Frankreich Kochshows auch so in Mode wie bei uns?

Michaël Youn: Der Fernseher ist inzwischen der Coach für alle Lebenslagen. Man lernt, wie man ein Haus kauft, wie man es einrichtet, dann wie man eine Frau kennenlernt ... die Menschen schauen nur mehr zu und haben gar keine Zeit mehr, das wirkliche Leben zu leben …

Vielen Dank für das Gespräch!

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"Kochen ist Chefsache" läuft ab 7.6. im Kino.

tele verlost Kinotickets und Kampot-Pfeffer!

Hier geht's zur französischen Filmseite von <Comme un Chef>.

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