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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 13:52 Uhr
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Daniel Craig: Space Cowboy
© Universal Pictures
Daniel Craig: Space Cowboy
Von Bond zum Cowboy: Daniel Craig selbst ist am Boden geblieben. Im tele-Interview spricht er entspannt über Familie und Karriere.
 

Daniel Craig soll ein verschlossener Interviewpartner sein, so heißt es. Stimmt nicht: Beim „Cowboys & Aliens“-Interview in Berlin saß uns ein höchst entspannter, witziger Kerl gegenüber, der sich nur zu seiner neuen Gattin und seinem neuen Tattoo nicht äußern wollte. Nur fair.

tele: Ist es einschüchternd, mit Harrison Ford zu drehen?
Daniel Craig: Na klar, allein wenn man sich anschaut, was er gedreht hat und mit wem.  Er ist ein richtiger Hollywood-Star der alten Schule, ein echter Kerl: Er kann fliegen, reiten – und ein Regal aufstellen (lacht)!

Sie trainieren viel für Ihre Rollen ...
Das ist einfach Teil des Berufs. Ich habe gerade „Verblendung“ gedreht und da spiele ich einen Journalisten, der wirklich nicht in Form ist. Das Geheimnis ist Rotwein und Pasta: Damit hab ich mich in Form gegessen und getrunken. In „Cowboys & Aliens“ wollte ich, dass der Typ dürr und mager aussieht. Cowboys sind spindeldürr, und richtig harte Knochen. Sie essen nicht viel, trinken nur Bier und kauen Kautabak.

Können Sie sich die Rollen inzwischen aussuchen?
Ich habe schon extremes Glück, was meine Karriere betrifft. James Bond öffnet viele Türen. Aber im Endeffekt entscheide ich mich als Schauspieler für ein Drehbuch, das mich persönlich wirklich antörnt, mich reinzieht.

Wie haben Sie das Bond-Bashing ­seinerzeit überstanden?
Ach, das ist, wie wenn man am Spielplatz verspottet wird. Da kämpft man. Ich wusste, es wird ein guter Film. Bei einem Bond-Film ist doch der Darsteller nur ein kleiner Teil des Ganzen. Das riesige Team dahinter will schließlich auch den besten Film der Welt machen. Wenn der jemandem nicht gefällt – go fuck yourself! Was kann ich dagegen tun?

Wie erholen Sie sich zwischen Filmen?
Am wohlsten fühle ich mich ganz ehrlich im Bett unter der Tuchent. Ich muss immer auf Abruf sein, deshalb liebe ich es, die Tür hinter mir zuzumachen, das Telefon abzudrehen und einfach abzuschalten. Ich bin zuhause bei meiner Familie, treffe Freunde wieder, die ich monatelang nicht gesehen hab. Zum Glück habe ich Freunde, die mich am Boden bleiben lassen, verankern, eine großartige Familie, die dasselbe tut. Das würd ich mit meinem Leben beschützen, so einfach ist das.

Sie haben viele Drehs im Kalender ...
Warten wir‘s ab. Im Grund entscheidet das alles die Wirtschaft. Ich bin nicht blöd, ich weiß, wie sich die Welt dreht. Wenn die jetzigen Filme gutgehen, ist alles ok, wenn nicht, muss ich mir was anderes überlegen. So einfach ist das.

Das Interview führte Julia Pühringer

 
 

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