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Joachim Król

Joachim Król

Bürgerlicher Name: Joachim Król
Geburtsort:
Herne
Auszeichnungen:
Bambi 1994
Bayerischer Filmpreis 1995
Deutscher Filmpreis 1995, 1993
Hofer Filmfestspiele (D): Preis der Stadt Hof 2000
Veröffentlicht:
26.01.2004
 
Als Sohn eines Bergmannes schlug er für kurze Zeit eine akademische Ausbildung ein und begann nach dem Zivildienst ein Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln. Der praktische Schauspieler - und wohl auch die Kneipe "Vor Ort", die er mit Freunden in Dortmund zu dieser Zeit nebenbei betrieb - ließen ihn das Studium aber abbrechen.

Statt dessen begann er 1981 eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München, die er 1984 abschloss. 1984 erhielt er auch seine erste kleine Filmrolle in Josef Rusnaks Debüt "Kaltes Fieber", sein Augenmerk lag jedoch weiterhin auf der Theaterarbeit. Engagement am Schauspielhaus Bochum, auf welches weitere in Moers, Basel, Hannover, München und Köln folgten.

Einem größeren Publikum wurde Joachim Król 1993 durch seine erste Hauptrolle in dem Kinofilm "Wir können auch anders" bekannt, in dem er den Analphabeten Rudi Kipp spielte. Król war zu diesem Zeitpunkt bereits 35 Jahre und somit - für die erste Hauptrolle - ein ziemlicher Spätzünder.

Beim Großteil des deutschen Publikums erfolgte eine feste Verknüpfung des Namens Król mit seinem Gesicht spätestens 1995 mit der Darstellung des sanftmütigen schwulen Norbert in der deutschen Komödie "Der bewegte Mann".

Obwohl er in dieser Komödie eigentlich nur die Nebenrolle an der Seite Til Schweigers hatte, spielte er sich auf seine stille und irgendwie subversive Art so natürlich und en passant auf gleiche Höhe mit dem gut aussehenden Hetero Axel (Til Schweiger), dass sich die Kritik am Ende nicht mehr ganz so sicher war, wie hier die Haupt- und Nebenrollenverteilung eigentlich gedacht war (für die Rolle erhielt er das Filmband in Gold als bester Darsteller).

Auch wenn Joachim Król seine Karriere zum Großteil dem deutschen "Komödien-Wunder" verdankt, hat er sich nicht in diesem Genre verbissen. Er ist vielmehr ein leiser und charakterstarker Mensch in einer lauten und kokettierenden Branche geblieben. Allüren und Exzesse, große Gesten und Ego-Trips sind seine Sache nicht.

Was ihm wirklich am Herzen liegt, und was er als seine künstlerische Visitenkarte begreift, sind Rollen, die die unterschiedlichen Facetten seiner künstlerischen Ausdruckskraft herausfordern und unterstreichen. Man könnte auch sagen: es sind eher die cineastischen und nicht die Mainstream-Sachen.

Dass Król dem Erfolg nicht hinterher hechelt, sieht man daran, dass er für die Arbeiten an "Die Stunde des Lichts" (1998) - die Arbeit übrigens, die er auch heute noch als seinen wichtigsten Film begreift - bewusst auf eine Rolle in den erfolgsträchtigeren "Comedian Harmonists" (1997) verzichtete. Ein weiterer Kinoerfolg abseits des Mainstreams war das in Ungarn spielende Dram "Gloomy Sunday - Ein Lied von Liebe und Tod" (1999).

Im Fernsehen wurde Król zur Verkörperung des Kommissars Brunetti aus den italienischen "Donna Leon"-Romanen: Von 2000 bis 2004 spielte er in den deutschen Verfilmungen der Krimi-Reihe den sympathischen Ermittler.

2007 startete er einen neuen Krimiserien-Versuch. Wieder spielt Król einen Kommissar, diesmal einen im Ruhrgebiet. Name: Lutter. Wenn es nach dem ZDF geht, soll der Programm werden.

Der leidenschaftliche Borussia-Dortmund-Fan, dessen Vorfahren einst aus Polen nach Deutschland auswanderten und dessen Name "König" bedeutet, lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Köln.
 
 

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