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Katharine Hepburn

Katharine Hepburn

Bürgerlicher Name: Katharine Houghton Hepburn
Geburtsort:
Hartford, Connecticut, USA
Sterbedatum:
2003-06-29
Auszeichnungen:
Oscar 1982, 1969, 1968, 1934
American Comedy Awards (USA): Lifetime Achievement Award in Comedy 1989
American Movie Awards (USA): Marquee 1982
BAFTA Film Award (GB) 1983, 1969
Cannes Film Festival (F): Best Actress 1962
Emmy (USA) 1975
Golden Apple Award (USA) 1981, 1975
Laurel Awards (USA): Golden Laurel 1971, 1970
Montreal World Film Festival (CAN): Special Price of the Jury 1984
NYFCC Award (USA) 1940
People's Choice Award (USA) 1983, 1976
Venedig Filmfestival (I): Goldene Medaille 1934

Veröffentlicht:
30.06.2003
 
"Life is hard. After all, it kills you." Dieses sarkastische Zitat stammt von Katharine Hepburn, die der Logik ihres eigenen Bonmots folgend am 29.06.2003 in hohem Alter starb.

Rund 96 Jahre zuvor war sie als Tochter eines Arztes und einer Frauenrechtlerin in Connecticut zur Welt gekommen. Von ihren fortschrittlichen Eltern wurde sie - ebenso wie ihre fünf Geschwister - zu einer starken Persönlichkeit voller Lebensfreude, Selbstbewusstsein und Willensstärke herangezogen. Doch ein tragisches Ereignis prägte Katharine früh: Mit 14 Jahren fand sie ihren Lieblingsbruder Tom erhängt auf - Folge eines Unfalls beim Spielen. Noch Jahre später soll sie ihm zum Gedenken seinen Geburtstag (8. November) als ihren eigenen ausgegeben haben.

Derart traumatisiert weigerte sie sich, eine öffentliche Schule zu besuchen und musste jahrelang privat unterrichtet werden, bis die junge Katharine das elitäre Bryn Mawr College besuchte, wo schon ihre Mutter studiert hatte. Long Kate, wie sie gerne genannt wurde, machte ihren Abschluss in Geschichte und Philosophie. Viel mehr Spaß hatte sie aber an den Theaterproduktionen der Hochschule, bei denen sie mit ihrer Darstellungskunst bereits Aufsehen erregte. So schien es nur natürlich, dass sie bereits am Tag nach ihrer Abschlussprüfung ein Engagement an einer Bühne in Baltimore antrat.

Im Jahr darauf war sie in Broadway-Produktionen in New York zu sehen, und wiederum ein Jahr später drehte sie in Hollywood den ersten Film: "Die Scheidung" (1932) neben John Barrymore (- dem Großvater von Drew Barrymore). Dieser Film brachte ihr sofort den ganz großen Erfolg und einen Filmvertrag. Bereits mit ihrem dritten Film "Morgenrot des Ruhms" (1934) gewann sie mit der Rolle der Eva Lovelace als Möchtegern-Diva einen Oscar. Als Nächstes rührte sie mit ihrer Rolle als burschikose Josephine in "Kleine Frauen" ein Millionenpublikum (im Remake von 1994 wird die gleiche Figur von Winona Ryder dargestellt).

Trotz des großen Erfolges auf der Leinwand hatte Katharine Hepburn große Zwistigkeiten mit den Studiobossen durchzustehen. Grund war ihr unangepasstes, heute würde man vielleicht sagen, emanzipiertes Verhalten. Sie entzog sich der Hollywood-Maschinerie, indem sie stets Hosen trug, sich weder das Gesicht zuschminken ließ noch Fotosessions erlaubte und Interviews verabscheute.

So herzerfrischend dieses Verhalten heutzutage auf uns wirkt, seinerzeit konnte sich dies kein Star, und mochte er noch so erfolgreich sein, erlauben. Das Publikum war schockiert, die Kritiker wurden hämisch und in Produzentenkreisen galt die Hepburn bald als eine Art Ladenhüter. Zwischen 1935 und 1938 drehte sie eine Unzahl von Kassen-Flops, zu der auch der inzwischen zum Screwball-Comedy-Klassiker avancierte "Leoparden küsst man nicht" (1938) gehörte.

Also beschloss sie, wieder an den Broadway zurückzukehren, wo sie in "The Philadelphia Story" einen Kassenknüller landete. Mit sicherem Instinkt kaufte sie daraufhin die Filmrechte und sah sich nun als Produzentin in der Lage, nach ihren eigenen Regeln in Hollywood zu agieren: Mit Regisseur George Cokor hatte sie bereits u.a. "Kleine Frauen" gedreht; als Co-Stars engagierte sie Cary Grant und James Stewart. Die Komödie (1940) wurde ein Hit, die Hepburn mal wieder für den Oscar nominiert und somit wieder "vorzeigbar".

Im nächsten Film ("Die Frau, von der man spricht", 1942), der eine weitere Oscar-Nominierung brachte, spielte die frisch verheiratete Hepburn neben Spencer Tracy, der bis zu seinem Tod 1967 ihr Geliebter wurde. Sie trennte sich von ihrem Mann, er hingegen weigerte sich als Katholik, sich von seiner Frau scheiden zu lassen und so blieb die Liaison immer ein offenes Geheimnis. Das Erfolgsduo Hepburn und Tracy drehte gemeinsam etwa "Ehekrieg" (1949), "Pat und Mike" (1952), "Die Frau, die alles weiß" (1957) und viele weitereBeziehungskomödien und -dramen.

In den 60er-Jahren sah man beide immer seltener vor der Kamera, da Tracy schwer lungenkrank war und Katharine Hepburn ihn pflegte. Nur Wochen nach ihrem letzten gemeinsamen Film "Rat' mal, wer zum Essen kommt" (1967) starb Spencer Tracy. Für die Komödie bekam Katharine Hepburn den zweiten Oscar verliehen - es war bereits die zehnte Nominierung ihrer Karriere. Den dritten Oscar erhielt sie im nächsten Jahr für ihre Königin-Darstellung neben Peter O'Toole im Historien-Drama "Der Löwe im Winter" (1968).

Die 70er-Jahre brachten der Hepburn mehr und mehr Fernsehfilm-Rollen. Die zwölfte Oscar-Nominierung und den vierten und letzten Oscar erhielt sie für "Am Goldenen See" (1981), wo sie bereits eine Großmutter spielte. Auch in hohem Alter strotzte die Grande Dame Hollywoods vor Vitalität und stand noch als 85-Jährige 1994 in der Capote-Verfilmung "One Christmas" vor der Kamera. Den Humor behielt sie immer bei - ihren leicht wackelnden Kopf, eine Alterserscheinung, bekämpfte sie etwa nach eigenen Aussagen stets mit Whiskey: "I discovered that whiskey helps stop the shaking. Problem is, if you are not careful, it stops the rest of you too."
 
 

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