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FC Venus
© Wüste Film

FC Venus

Angriff ist die beste Verteidigung
Starttermin:
ab 27. April 2006
Teaser:
Die Fußball-WM wirft ihre (Film)Schatten voraus. In Ute Wielands Komödie wird die schönste Nebensache der Welt zum ultimativen Kampf der Geschlechter hochstilisiert.
Veröffentlicht:
25.04.2006
 
Die Fußball-Mannschaft von Eintracht Imma 95 ist, gelinde gesagt, eine Gurkentruppe. Der Abstieg droht, das Ende des Vereins ist nah. Und jetzt fällt auch noch der beste Mann nach einem fulminanten Kopfstoß gegen den Pfosten aus.

Spielführer Steffen (Florian Lukas) bittet seinen alten Kumpel Paul (Christian Ulmen) um Hilfe. Der frühere Goalgetter hatte Imma einst verlassen, um in der Großstadt Karriere als Steuerberater zu machen.

Paul reist unter fadenscheinigen beruflichen Vorwänden mit seiner Freundin Anna (Nora Tschirner) nach Imma. Anna dämmert bald, dass die Eintracht der wahre Grund für Pauls plötzliches Heimweh ist. Und Anna hat ein Problem damit: Sie hasst nämlich Fußball.

Den bedauernswerten Partnerinnen der Spieler geht es offenbar nicht anders. Doch sie haben sich längst mit den urtümlichen Riten ihrer kickenden Männer abgefunden. Anna nicht. Sie provoziert eine Wette: Die Frauen stellen sich zum ultimativen Kick gegen die Männer. Gewinnen sie, ist Schluss mit Fußball. Gewinnen die Männer, ist Schluss mit Meckern.

Die Vorbereitungen beginnen, der Kampf der Geschlechter ist entfacht – und er treibt seltsame Blüten ...

Kritik: Regisseurin Ute Wieland hat keine Anst vor Klischees. Sie spielt mit ihnen. Die Männer sind saufende Machos, die Frauen hilflose Wesen, die sich ein Leben um den Fußballplatz herum irgendwie eingerichtet haben. So entsteht immer wieder herrliche Situationskomik, die Fußballfans und -hassern gleichermaßen die Lachtränen in die Augen treiben.

Dabei wird zwischenzeitlich allerdings auch übertrieben. Vor dem ultimativen Kick die "Mutter aller Schlachten" auszurufen, ist denn doch des Guten zu viel.

Fast poetische Momente erlebt der Film, als Florian Lukas bierselig den Verlust seiner Welt beklagt. Seiner Welt, die hauptsächlich aus Fußball besteht. Genau die ist im Begriff, von den Frauen erobert zu werden, und zwar als sich Sandra Borgmann (als "Spielerfrau" Katja Hagen) in einer spektakulären Gesangseinlage über das Lied des "Bombers der Nation" lustig macht. Dann macht es Bumm ...

Fans des runden Leders werden ihre Freude an den kleinen Anspielungen haben, die Wieland in den Film hineingezaubert hat. Etwa, als Paul nach einer roten Karte wütend in eine Tonne tritt ... Und der ultimative Kick, dieses Spiel David gegen Goliath, also Frauen gegen Männer, steht nicht umsonst recht bald 2:0 für Goliath. Wie es ausgeht? Wird natürlich nicht verraten. Nur so viel: Eine Fehlentscheidung spielt auch hier eine Rolle. Irgendwie ist das "Wunder von Bern" eben doch unsterblich.
 
 

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