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James Stewart

James Stewart
Geburtsort:
Indiana, Pennsylvania, USA
Sterbedatum:
1997-07-02
Auszeichnungen:
American Film Institute (USA): Life Achievement Award 1980
Berlinale: Goldener Ehrenbär 1982, Silberner Bär 1962
Freiheits-Medaille des Präsidenten 1985
Golden Globes (USA): Golden Globe 1974, Cecil B. DeMille Award 1965
NBR Award (USA): Career Achievement Award 1990
NYFCC Award (USA) 1959, 1939
Oscar 1941, Ehrenoscar 1985
Photoplay Awards (USA): Most Popular Male Star 1949
Sho West Convention (USA): Lifetime Achievement Award 1990
Venedig Filmfestival: Volpi Cup 1959
Veröffentlicht:
25.07.2001
Bürgerlicher Name: James Maitland Stewart
Als "Jimmy" Stewart am 2. Juli 1997 im Alter von 89 Jahren an einem Blutgerinnsel in der Lunge verstarb, verlor nicht nur die Westerngemeinde einen ganz Großen. Eine ganze Nation trauerte um ihren Helden und Filmfans in aller Welt mit ihr. Präsident Clinton würdigte den Verstorbenen als großen Schauspieler, Gentleman und Patrioten und erklärte: "Heute verlor Amerika einen Nationalschatz". James Maitland Stewart stand rund ein halbes Jahrhundert vor der Kamera und hat in über 80 Spielfilmen Filmgeschichte geschrieben.

Dabei war der Mann aus Indiana eigentlich ein gelernter Architekt und nur der schlechten Wirtschaftslage Anfang der 30er-Jahre ist es zu verdanken, dass sich der talentierte Schauspieler einer Theatergruppe anschloss. Bald erkannten auch die Studios die Begabung des schlaksigen Jungdarstellers und MGM nahm ihn 1935 unter Vertrag. An der Seite von Spencer Tracy hatte James Stewart in "Der elektrische Stuhl" (1935) seinen ersten großen Filmauftritt. Als freundlich-schüchterner Kleinstädter im Kampf gegen Gleichgültigkeit und Korruption erspielte er sich unter der Regie von Frank Capra in "Mr. Smith geht nach Washington" (1939) die Herzen des Publikums. Der Film brachte ihm auch seine erste Oscar-Nominierung ein, den begehrten Preis erhielt er aber erst 1941 für seinen Part als verständnisvoller Skandalreporter in "Die Nacht vor der Hochzeit" (1940). James Stewart wurde damals als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet, obwohl Cary Grant eigentlich die Hauptrolle gespielt hatte.

Im Zweiten Weltkrieg konnte James Stuart beweisen, dass er nicht nur im Film ein Vollblutpatriot war. Obwohl er mittlerweile zu den Topstars der Traumfabrik zählte, meldete er sich freiwillig zur Armee. Fürs Vaterland legte er sogar zehn Pfund zu, um das Minimumgewicht für den Militärdienst zu erreichen. James Stewart erhielt für seine Leistungen als Bomberpilot zahlreiche Auszeichnungen und wurde 1959, er blieb bis 1968 in der Air-Force Reserve, zum Brigade-General befördert. Er war der hochrangigste Entertainer der U.S.-Army.

Nach dem Krieg musste sich James Stewart erst wieder neu orientieren. Die ersten beiden Filme, "Ist das Leben nicht schön" und "Fremde Stadt" (beide 1947) floppten an der Kinokasse. Dennoch zählte "Ist das Leben nicht schön" zu Stewarts Lieblingsfilmen und der Streifen etablierte sich in Amerika als alljährlicher Weihnachtsfilm. "Mein Freund Harvey" (1950) war dann wieder ein großer Erfolg und der Star wurde zum vierten Mal für den Oscar nominiert.

Das Jahr 1950 ist aber auch aus einem anderen Grund ein Meilenstein in Stewarts Karriere. Der schüchterne Komödienheld schwang sich gleich zweimal auf den Pferderücken und galoppierte von nun an auch im Wilden Westen von Erfolg zu Erfolg. Als Tom Jeffords versuchte er in dem für seine Zeit ungewöhnlich indianerfreundlichen Western "Der gebrochene Pfeil"(1950) Frieden zwischen den Völkern zu stiften und unter der Regie von Anthony Mann hatte er in "Winchester 73" im Duell der Meisterschützen die Nase vorn. Das Team Mann-Stewart bescherte dem Publikum auch in den folgenden Jahren Western, die das Herz der Genre-Freunde höher schlagen ließen. "Meuterei am Schlangenfluss" (1952), "Nackte Gewalt", "Über den Todespass" (1954) und "Der Mann aus Läramie" (1955) begründeten James Stewarts Ruf als Westernheld und zeigten den einst schüchternen Komödienstar jetzt von einer rauheren Seite. Etwa zur gleichen Zeit bewies der wandlungsfähige Schaupieler seine Fähigkeiten als Charakterdarsteller in Krimikostbarkeiten aus der Hitchcock-Werkstatt. "Cocktail für eine Leiche" (1950), "Das Fenster zum Hof" (1954), "Der Mann der zuviel wusste" (1956) und "Vertigo - Aus dem Reich der Toten" (1958).

Anfang der sechziger Jahre drehte er unter der Regie von John Ford die Western"Zwei ritten zusammen" (1961) mit Richard Widmark und "Der Mann der Liberty Valance erschoss" (1962) mit John Wayne und Lee Marvin. Das erste Zusammentreffen der Westernstars Stewart und Wayne gilt als einer der Höhepunkte des Genres.

James Stewart spielte mit Jean Arthur, Katharine Hepburn, Kim Novak, Grace Kelly und vielen anderen Hollywood-Schönheiten. Am meisten war er aber von Marlene Dietrich beeindruckt, mit der er 1939 "Der große Bluff" gedreht hatte. Privat war der Topstar eher zurückhaltend. Die Frau fürs Leben fand er erst mit 41 Jahren. Das ehemalige Model Gloria Hatrick McLean hatte schon zwei Söhne aus erster Ehe, 1951 schenkte sie ihrem Jimmy aber noch die Zwillinge Kelly und Judy. Die Ehe der Stewarts hielt bis zum Tod von Gloria Stewart 1994 und blieb während der ganzen Zeit von Skandalen verschont. Gemeinsam überstanden sie auch Schicksalsschläge wie den Tod des ältesten Sohnes Ronald W. McLean im Vietnamkrieg 1969.

Sein für Hollywoodverhältnisse ungewöhnlich makelloses Privatleben, seine Kriegsleistungen und sein ungemein authentisch wirkendes Schauspiel machten den erzkonservativen Republikaner zur Indentifikationsfigur für Generationen. Der Life-Achievement Award des Amerikanischen Filminstituts (1980), der Ehrenoscar (1985) und die Freiheitsmedallie des Präsidenten (1985) zeigen, welche Bedeutung James Stewart für Hollywood und auch für Amerika besaß.

Interviews

James Stewart
Interviews, 25. Juli 2001
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