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Jan Ullrich

Jan Ullrich

Bürgerlicher Name: Jan Ullrich
Geburtsort:
Rostock
Auszeichnungen:
Amateur-Straßenweltmeister 1993
Deutscher Zeitfahrmeister 1995
Sieger Tour de France 1997
Zweiter der Tour de France 1996, 1998, 2000, 2001, 2003
Dritter der Tour de France 2005
Sieger Tour de Suisse 2004, 2006
Sieger Vuelta 1999
Sportler des Jahres 1997, 2003
Weltmeister Einzelzeitfahren 2001, 1999
Olympiasieger im Straßenrennen 2000
Zweiter Olympisches Einzelzeitfahren 2000
Veröffentlicht:
18.07.2001
 
Eine große Gemeinsamkeit hatten die beiden großen Konkurrenten Jan Ullrich und Lance Armstrong ja doch: Sie sind beide ohne Vater aufgewachsen. Ob und inwiefern sich das bei ihnen auf die Radfahrkarriere ausgewirkt hat, bleibt unklar, doch dass es ihnen an Durchsetzungsvermögen fehlen würde, kann man nun wirklich nicht behaupten.

Ullrich bestritt schon mit acht Jahren sein erstes Rennen, das er auch prompt gewann. Dies war gleichzeitig der Startschuss für eine Karriere, die 1997 ihren bisherigen Höhepunkt hatte, den Gewinn der Tour de France. Das hatte vor Jan Ullrich noch kein Deutscher geschafft und nach ihm bisher auch keiner mehr.

Da Jan Ullrich einen Großteil seiner Jugend in der ehemaligen DDR verbrachte, war es absehbar, dass ein Ausnahmetalent wie er irgendwann zur Sportschule des SC Dynamo Berlin kommen würde, der Talentschmiede des Honecker-Staates. Nach der Wende wechselte der Mann mit den idealen Hebelverhältnissen (d.h. sein Körperbau ist wie fürs Radfahren gemacht: 1,83 m; 73 Kilo Wettkampfgewicht) zur RG Hamburg, 1995 unterzeichnete er beim Team Telekom.

Den meisten Deutschen wurde der Rostocker 1996 bekannt, als er bei seiner ersten Tour de France gleich Zweiter wurde - hinter Bjarne Riis, seinem Teamcaptain aus Dänemark. Im Jahr darauf folgte der Triumph bei der wichtigsten Radrundfahrt der Welt, 1998 wurde er wieder Zweiter. Danach begannen durchwachsene Zeiten für den jungen Superstar: 1999 Verletzungspech und keine Tourteilnahme, Vuelta-Sieg, immer wieder Gewichtsprobleme, Weltmeister im Einzelzeitfahren. Auf und ab eben.

Im Jahr 2000 konnte Jan Ullrich endlich wieder die Frankreich-Rundfahrt bestreiten, aber das Gewicht spielte ihm erneut einen Streich - selber schuld, gab er zu. Und da war ja noch dieser übermächtige Gegner: Lance Armstrong. Für das Jahr 2001 hat Ullrich dann trainiert wie noch nie - gereicht hat es trotzdem nicht ganz: Er wurde wieder Zweiter, wieder hinter Lance Armstrong. Der Amerikaner war einfach nicht zu schlagen.

Dafür holte sich der Deutsche am 11. Oktober den WM-Titel im Zeitfahren bei der Straßenweltmeisterschaft in Lissabon.

2002 stand Ullrich am Scheideweg seiner Karriere. Schwere Knieprobleme zwangen ihn zu einer einjährigen Pause. Erst baute er einen Autounfall unter Alkoholeinfluss, dann wurde er positiv auf Doping getestet und für sechs Monate gesperrt.

Er wechselte vom Team Telekom zu Coast, doch das Team wurde wegen Finanzproblemen suspendiert, der bisherige Co-Sponsor Bianchi übernahm den Rennstall. Für Bianchi fuhr er die Tour 2003, lieferte sich wieder spannende Duelle mit Armstrong – und wurde wieder Zweiter. Sportjournalisten wählten ihn im Dezember zum zweiten Mal zum "Sportler des Jahres".

Noch zwei Mal trat Ullrich zur Tour an. 2004 wurde er Vierter, 2005 Dritter. Zwischenzeitlich hatte er sich von seiner langjährigen Freundin Gaby Weiss getrennt, mit der ein Kind hat (Sarah Maria, geb. 2003). Armstrong erklärte nach dem Tour-Sieg 2005 seinen Rücktritt.

So schien die Bahn frei für 2006. Ullrich zählte nach Armstrongs Karriere-Ende zu den großen Tour-Favoriten. Doch wenige Tage vor Tour-Start wurde er wegen Verstrickung in einen Doping-Skandal vom Team T-Mobile suspendiert und konnte zu seiner Lieblings-Rundfahrt nicht antreten.
 
 

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