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Lilo Wanders

Lilo Wanders

Bürgerlicher Name: Ernie Reinhart
Geburtsort:
Lüneburger Heide
Auszeichnungen:
Adolf Grimme Preis (D) 1991
Veröffentlicht:
01.03.2001
 
Sie ist Deutschlands "grande dame" der Erotik. Sie verkörpert einen Frauentyp, der in verschämteren Zeiten Tabubrecher war, aber nicht mehr so recht in unsere tabulose Zeit zu passen scheint: die "femme fatale". Doch gerade dieser altmodische Anschein verleiht ihr im Zusammenspiel mit ihrer bigeschlechtlichen Note einen unverwechselbaren, rauchigen und zugleich mütterlichen Charme, der von ihrer offenherzigen und toleranten Art noch unterstrichen wird.

Bei der Moderation der Erotik-Talksendung "Wa(h)re Liebe" scheint sie immer eine Art ironischer Distanz zu wahren, von der man nie weiß, ob es die Distanz der Moderatorin zu ihren Themen ist oder die des Künstlers zu seiner Kunstfigur. Denn Lilo Wanders ist nur in der Öffentlichkeit Lilo Wanders. Nach ihren Auftritten verwandelt sie sich immer wieder in einen Mann zurück und wird Ernie Reinhart. Der Schauspieler trennt sein privates Leben strikt von seiner Rolle, er sieht sich weder als Drag-Queen noch als Travestiekünstler.

Geboren wurde Ernie Reinhart im Jahre 1946. Die Figur der Lilo Wanders hingegen nahm zum ersten Mal am 8.8.1988 in Hamburg/St. Pauli Gestalt an. An diesem "historischen" Datum eröffnete das Schmidt-Theater, gegründet von Corny Littmann und Ernie Reinhart. Dort war Lilo seitdem immer wieder auf der Bühne zu sehen. Gemeinsam mit Littmann gewann Reinhart auch den Grimme Preis 1991. Der Fernsehsender "Vox" entdeckte Lilo 1994. Seitdem ist ihr "Hallo, meine Lieben!" fester Bestandteil des deutschen Spätabendfernsehens.

Aber nicht nur als Moderatorin, sondern auch als Schauspielerin trat Lilo vor die Kamera: Sie war die "Lollo" im Film "Die Ratte" (Regie: Klaus Lemke, 1992), das "Fräulein Schneider" im Musical "Cabaret" (Schmidts Tivoli, 1993/94) und lieh ihre Stimme der deutschen Synchronfassung von "Dame Edna" (1993). Im Film "Angesichts ihrer fatalen Veranlagung scheidet Lilo Wanders freiwillig aus dem Leben" (Regie: Jörg Fockele, 1994) spielte sie sich selbst, und im Film "Kismet" (2000) war sie als "Yvonne" zu sehen.

Ernie Reinhart steht offen zu seiner Homosexualität, mit der er in seiner Jugend in einer intoleranten, ländlichen Umgebung immer wieder Probleme bekam, was ihn bis an den Rand des Freitods trieb. Vielleicht auch deshalb hält er sich heute sehr bedeckt, was sein Privatleben betrifft.

Filme mit Lilo Wanders

Werner - Gekotzt wird später!, Leichte Musik, D 2003
 
 

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