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Good Bye, Lenin!

Good Bye, Lenin!

Starttermin:
13.02.2003
Teaser:
"Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, kopieren müssen?" fragte Genosse Honecker einst. Im Gegenteil, Erich, wir müssen Spreewald-Gurken kopieren! Und das ist gar nicht so einfach, wenn es auf einmal nur noch Cyclamat-Grünlinge aus West-Fabriken gibt.
Veröffentlicht:
11.02.2003
 
1989: Die Mauer ist gefallen. Kurz zuvor ist auch Alex' Mutter (Katrin Saß) gefallen: ins Koma nämlich. Die Ostberlinerin hatte sich etwas zu heftig für "ihre" DDR engagiert, für eine gerechte und vor allem sozial(istisch)e Gesellschaft. Diagnose: Herzinfarkt. Acht Monate später wacht sie auf - im Glauben, die Deutsche Demokratische Republik gäbe es noch.

Jetzt hat Alex (Daniel Brühl) ein mächtiges Problem: Seine Muddo (ostdeutsch für "Mutter") darf sich unter keinen Umständen aufregen. Die Neuigkeit, dass der "Antifaschistische Schutzwall" häppchenweise als Souvenir verkauft wird, würde den Ärzten zufolge ihren sicheren Herztod bedeuten. Was tun?

"Zum Glück" ist die Mama bettlägerig. So muss Alex die DDR "nur" auf 79 Quadratmetern aufrecht erhalten - in der Ostberliner Plattenbauwohnung. Kein Problem? Nur mal angenommen, Mama möchte "Die Aktuelle Kamera" sehen...

Regisseur Wolfgang Becker ("Das Leben ist eine Baustelle") inszenierte mit "Good Bye, Lenin!" eine Mischung aus abgefahrener Komödie und kritischer Betrachtung der jüngsten deutschen Vergangenheit. Während überzeugte Wessis über die Möchtegern-Kapitalisten, sprich durch Konsumschwall und Werbungsflut überforderte Ossis, lachen, sollten sie gleichzeitig ein bisschen mehr über sich selbst nachdenken.

Wie meinte doch Jurek Becker zu Recht: "Wenn eine Gesellschaft sich aber ihrer Regeln so sicher geworden ist, dass die Zweifellosigkeit zur obersten Tugend wird, dann braucht sie keine Literatur, sondern höchstens etwas Unterhaltung." In diesem Sinne ist "Good Bye, Lenin!" Literatur, weil der Film an dieser Zweifellosigkeit rüttelt. Glücklicherweise nicht bierernst, sondern Club-Cola-heiter.
 
 

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