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Das österreichische Fernsehmagazin

Boris Becker

Boris Becker
Geburtsort:
Leimen
Auszeichnungen:
Australian Open 1991, 1996
Daviscup (international) 1988, 1989
Deutscher Fernsehpreis 1999
Gold Olympia (Barcelona) 1992
U.S. Open 1989
Wimbledon (GB) 1985, 1986, 1989
Veröffentlicht:
01.01.2001
Bürgerlicher Name: Boris Becker
Am 7.7.1985 wurde der damals 17-jährige Boris mit einem Schlag und nach längerem Schlagabtausch berühmt: er gewann als bisher jüngster Sportler den hochkarätigen Wimbledon-Titel in England (mit 3:1 Sätzen gegen den Amerikaner Kevin Curren). Den Höhepunkt seiner Tenniskarriere erreichte der gebürtige Leimener 1989, als er unter anderem die U.S. Open gewann, seinen dritten Wimbledon-Sieg feierte, zum Sportler des Jahres gekürt wurde und es dem Doppel Boris Becker und Carl-Uwe Steeb zu verdanken war, dass Deutschland zum zweiten Mal in Folge Daviscup-Gewinner wurde. Erst im Vorjahr hatten die beiden den ersten deutschen Daviscup-Sieg überhaupt erkämpft.

Mit drei Jahren hielt Boris das erste Mal jenes Instrument in den Händen, das später seine Goldgräberschaufel werden sollte: den Tennisschläger. Mit neun Jahren bestritt er die ersten Turniere. In seiner Jugend pendelte sein Interesse aber noch zwischen Tennis und Fußball. Vater Karl Heinz war als Architekt für den Bau eines Tenniscenters in der Nähe von Leimen zuständig. Der Eindruck, den dieses Projekt auf den jungen Boris gemacht hat, könnte mit dafür verantwortlich sein, dass er sich bald ausschließlich auf das Ballspiel mit dem Schläger konzentrierte und zu einem erfolgreichen Jugendspieler avancierte. Der Nachwuchsportler gewann dreimal hintereinander die deutsche Juniorenmeisterschaft (1982, 1983, 1984). 1984 wurde er Profispieler.

Etwa zu der Zeit, als Boris Weltruhm erlangt hatte, begann auch der phänomenale Aufstieg von Steffi Graf. Becker und Graf holten dank ihrer Popularität und ihrer sportlichen Erfolge den Tennissport in Deutschland aus seinem Nischendasein und versetzten die ganze Nation ins Tennisfieber. Für ihre überragenden Leistungen als Tennisspieler und ihre Bedeutung für die deutsche Öffentlichkeit erhielten beide 1999 den Deutschen Fernsehpreis. Viermal wurde Boris Sportler des Jahres. Unvergessen - wenn auch auf andere Weise - bleiben zudem seine erschöpften "Äh"-Interviews und diverse Spitznamen, die ihm die internationale und heimische Presse aufbürdete ("Bumm-Bumm-Becker", "Bobele").

Wer kennt sie nicht, die legendäre "Becker-Faust" oder den "Becker-Hecht", mit dem er auf spektakuläre Weise noch so manchen Ball rettete? Boris überraschte immer wieder durch seinen unbezwingbaren Siegeswillen, mit dem er es schaffte, auch bereits verloren geglaubte Begegnungen nach stundenlangen Duells noch für sich zu entscheiden. Becker spielte auf diese Weise das längste Match in der Geschichte des Tennissports, als er am 25. Juli 1987 im amerikanischen Hartford beim Daviscup John McEnroe (USA) nach 6 Stunden und 39 Minuten in die Knie zwang. War er jedoch in schlechter Verfassung, schlugen ihn auch Gegner mit Leichtigkeit, die ganz und gar nicht seines Kalibers waren. Insgesamt errang der Leimener 49 Titel und ein Preisgeld von über 25 Millionen Mark. Von 1985 bis 1992 und von 1995 bis 1997 war er Deutschlands bester Tennisspieler.

Der Anfang vom Ende einer beispiellosen Sportlerkarriere ereignete sich am 03.07.1997, als er gegen Pete Sampras verlor - ausgerechnet auf dem Centre Court von Wimbledon, dem eigentlichen Geburtsort des Tennisidols Boris Becker. Von diesem Moment an zog er sich kontinuierlich aus dem "weißen Sport" zurück, nicht zuletzt auch, weil er verletzungsbedingt nicht mehr an seinen früheren Erfolge anknüpfen konnte. An demselben Ort besiegelte schließlich im Juni 1999 die Niederlage gegen den Australier Patrick Rafter seinen endgültigen Abschied vom Profitennis.

Becker führte auch ein Leben außerhalb des Sports. Ein nationales Medienereignis war die Heirat (17.12.1993) mit Barbara Feltus, ebenso die Geburt der Söhne Noah Gabriel (Januar 1994) und Elias Balthasar (September 1999). Seine Ehe hielt jedoch nicht halb so lange wie die knapp 15jährige Tenniskarriere. Am 15.01.2001 wurde das Paar geschieden, nachdem die Trennung wochenlang die Boulevardblätter zuimmer neuen Headlines hingerissen hatte. Durch Werbeverträge und wirtschaftliches Engagement (Becker besitzt mehrere Autohäuser und Marketingfirmen und ist im Internetbusiness aktiv) brachte es der Rotschopf zum Multimillionär mit einem geschätzten Vermögen von 250 Millionen Mark.

Medienruhm erlangte Becker auch durch seinen unfreiwillig komischen, aber erfolgreichen Werbespot für den amerikanischen Internetriesen AOL ("Ich bin drin"). Skandalös und in Zusammenhang mit diesem Slogan gar nicht unpassend waren auch seine amourösen Abenteuer, die ihm mindestens ein uneheliches Kind (Anna, geb. 22.03.2000) bescherten: Der angeblich durch die russische Mafia arrangierte "Samenraub" des Models Angela Ermakowa ließ die Wogen der Skandalpresse höher schlagen. Weniger bekannte Kuriositäten sind wohl Beckers einmaliger Auftritt in einer russischen Fernsehserie ("Vkhod v labirint" oder "Entrance To Labyrinth", 1989) sowie seine Namensgeberschaft für eine Meeresunterwasserschnecke ("Bufonaria borisbeckeri").

Filme mit Boris Becker

Himmel und Huhn, Erste Liga, USA 2005

Starportraits

Boris Becker
Stars, 01. Januar 2001
Am 7.7.1985 wurde der damals 17-jährige Boris mit einem Schlag und nach längerem Schlagabtausch berühmt: er gewann als bisher jüngster Sportler den hochkarätigen Wimbledon-Titel in England (mit 3:1 Sätzen gegen den Amerikaner Kevin Curren). Den Höhepunkt seiner Tenniskarriere erreichte der gebürtige… mehr >
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