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Der Obrist und die Tänzerin

Der Obrist und die Tänzerin
Teaser:
Wer ihn als den europäischsten aller "Hollywood-Schauspieler" bezeichnet, treibt John Malkovich sicher die Zornesröte ins Gesicht. Hollywood ist auf Typen wie ihn angewiesen, um das ohnehin schon vertrocknete Pflänzchen Kunst ab und an wiederbeleben zu können. Doch Malkovich ist auf niemanden angewiesen, so scheint es, und schon gar nicht auf das kunstlose Brot. Er macht, was er will. Und das macht er hervorragend. Obwohl seine erste Regiearbeit gar nicht außergewöhnlich extravagant, skurril oder sarkastisch ausgefallen ist, hat auch sie dieses Prädikat verdient.
Veröffentlicht:
14.01.2003
"Der Obrist und die Tänzerin" basiert auf Nicholas Shakespeares Roman "The Dancer Upstairs". Obwohl der Autor auch das Drehbuch für den Film schrieb, hielten sich er und Malkovich nur bedingt an die Vorlage. Der Roman erzählt von Abimael Guzmán, dem Führer der peruanischen Guerilla-Organisation "Leuchtender Pfad", die das Land viele Jahre in Atem hielt. In Malkovichs Regiedebüt hat der Terrorist keinen (richtigen) Namen und keine Intention, zumindest wird nichts davon erwähnt. Man erfährt auch nicht, in welchem Land die Guerillas und später auch die Militärs ihr Unwesen treiben.

Trotz der komplexen, immer aktuellen Thematik ist "Der Obrist und die Tänzerin" vor allem die Geschichte eines Mannes: des Polizisten Augustín Rejas (Javier Bardem). Er soll Ezequiel schnappen, den Anführer der Guerillas, dessen Identität niemand kennt. Die Korruption in den eigenen Reihen stellt Reja aber vor zusätzliche Probleme. Lediglich bei Yolanda (Laura Morante), der Tanzlehrerin seiner Tochter, findet der verheiratete Mann den Rückhalt, den er als Idealist braucht.

Eine europäische Produktion, die ganz ohne Hollywood-Stars auskommt. Ein Politthriller, der anhand der Geschichte eines Einzelnen die Bedeutung von Idealen, von moralischen Werten vermittelt.
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