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Göttliches Donnerwetter: tele-Interview mit Kenneth Branagh
© Universal-FIlm / Picturedesk.com

Göttliches Donnerwetter: tele-Interview mit Kenneth Branagh

Shakespeare-Spezialist Kenneth Branagh führt bei der Comic-Verfilmung „Thor“ Regie. Im tele-Interview spricht er über seinen ersten 3D-Blockbuster.
Veröffentlicht:
05.05.2011
 
Popkultur statt Hochkultur: Mit der Verfilmung des Marvel-Comics "Thor" wechselte der britische Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh ins große Hollywood-Showbusiness – und beweist mit seinem Ausnahme-Projekt, dass es in erster Linie doch immer nur darum geht, eine interessante Story gut zu erzählen.

tele: Wie haben Sie auf das Angebot reagiert, bei "Thor" Regie zu führen?
Kenneth Branagh: Überrascht! Ich hatte nicht erwartet, dass sich große Hollywood-Studios mich als Regisseur vorstellen konnten. Ich bin durchaus ein Freund des Popcorn-Kinos. Aber dass ich so einen Film drehe ... Die Idee, eine Geschichte in diesem Format zu erzählen, hat mich allerdings gereizt. Außerdem habe ich ja schon immer Blockbuster-Filme gemacht – also für mich waren sie sehr bedeutend. Nur wollten sie halt nicht so viele Leute sehen (lacht).

Was waren die Highlights beim Dreh?
Am schönsten war es, in Anthony Hopkins‘ gigantischen Götterthron zu sitzen, der genau auf seinen Hintern zugeschnitten war – um auch die riesige Rüstung aufnehmen zu können. Wenn man Anthony Hopkins im Boot hat, bekommt man schauspielerischen Tiefgang automatisch gratis dazu – naja, nicht unbedingt gratis (lacht).

War die Arbeit anders als bei Ihren bisherigen Produktionen?
Oh ja. Es ging vor allem alles sehr schnell. Ich kam direkt von einer anderen Produktion, war kaum aus dem Flugzeug gestiegen und schon fiel das erste Meeting an. Das hat sich durch die ganze Produktion gezogen, dieses rasante Arbeitstempo.

Hatten Sie Angst, die Comic-Fans nicht zufriedenzustellen?
Nein. Hier war die Besetzung einfach enorm wichtig. Bei einer Comic-Verfilmung muss man sehr auf die Vorlieben und Assoziationen im Kopf der Comic-Fans achten, damit steht und fällt der Film. Enttäuscht man die Comic-Fans, hat man verloren. Mit der Besetzung von Anthony Hopkins (als Göttervater Odin, Anm.) war schon ein ganz wichtiger Grundstein gelegt. Und ich bin extrem glücklich über die Zusammenarbeit mit Chris (Hemsworth als Thor, Anm.). Auf Chris kamen wir zurück, weil er – abgesehen von seiner physischen Präsenz – immer sehr entspannt vor der Kamera agiert, er fühlt sich dort sichtlich wohl. Er hat als Schauspieler eine große Bandbreite und trotzdem eine Art von Schnörkellosigkeit, die dem Charakter des Thor sehr entspricht.

Diese Mythen wurden von den Nazis instrumentalisiert. Wie haben Sie diese Querverbindung vermeiden können?
Da gab es mehrere Punkte zu beachten. Zuerst natürlich der Nazi-Zusammenhang, all das faschistoide Gedankengut musste so weit wie möglich draußen bleiben. Dann musste man auch den Look des ganzen Films im Auge behalten. Der Original-Comic ist optisch ja ein einziger Siebzigerjahre-Drogentrip. Wenn wir da nicht genau aufgepasst hätten, wäre daraus eine Neuauflage von "Barbarella" geworden. Das heißt jetzt aber nicht, dass ich "Barbarella" nicht sehr schätzen würde (lacht)!
 
 

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