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Ein Fall für zwei

Ein Fall für zwei
© ORF
Veröffentlicht:
03.03.2011
Frischer Schwung im Wiener "Tatort": Mit Adele Neuhauser bekommt Harald Krassnitzer eine kongeniale Assistentin zur Seite gestellt.

Dem TV-Publikum ist Adele Neuhauser als resolut-komische Julie Zirbner aus "Vier Frauen und ein Todesfall" noch in bester Erinnerung. tele bat die sympathische Schauspielerin zum Gespräch.

tele: Im Vergleich mit der Julie Zirbner ist die neue "Tatort"-Kommissarin ein völlig anderes Kaliber …
Adele Neuhauser: Ja, die Bibi Fellner ist eine gebrochene Figur. Sie war zwanzig Jahre bei der Sittenpolizei und ist gezeichnet von ihren Erlebnissen, die sie dort gemacht hat. Deswegen trinkt sie auch, versucht trocken zu werden. Sie ist keine "perfekte" Ermittlerin, das ist jedoch gerade das Reizvolle an ihr, es gibt ihr etwas Wahrhaftiges. Ich glaube aber nicht, dass das Publikum mit der Verschiedenheit der beiden Figuren Probleme haben wird – ich jedenfalls empfinde den Gegensatz als Erfrischung.

Über die Eisner-Assistentin Fellner erfährt man in ihrem ersten Einsatz nicht allzu viel. Da gibt es noch einiges zu erzählen, oder?
Neuhauser: Stimmt! Man weiß, abgesehen vom bereits Gesagten, eigentlich nur, dass sie verheiratet war und den Moritz Eisner von früher kennt – bloß woher? Die Geschichte dieses Charakters ist also noch lange nicht erzählt. Aber sie ist ja auf mehrere Folgen angelegt: Nach „Ausgelöscht“ unter der Regie von Harald Sicheritz drehen zurzeit schon den dritten Krimi mit dem Duo Eisner/Fellner, nämlich einen Fall mit dem Titel „Kein Entkommen“, Regie führt hier Fabian Eder. 
 
Wie kam es eigentlich, dass Sie in Athen geboren sind?
Neuhauser: Mein Großvater ist nach Griechenland ausgewandert und lernte dort meine spätere Großmutter kennen. Mein Vater ist aufgrund dessen in Syrah aufgewachsen, studierte dann in Wien Architektur und lernte hier meiner Mutter kennen, mit der er nach Athen zog, wo er als Architekt arbeitete. Meine Mutter hat es dort aber nicht sehr lang ausgehalten, daher ging es wieder retour nach Wien, als ich vier Jahre alt war.

Zu Ihrer Laufbahn: Sie sind noch nicht sehr lang auf dem Bildschirm präsent …

Neuhauser: Ich habe im Alter von 16 Jahren mit der Schauspielerei begonnen und bin 1981 mit einem festen Theaterengagement nach Deutschland gegangen, war dort etwa als Maria Callas und Mephisto zu sehen. Vor zehn Jahren machte ich einen Schnitt: Ich wurde des Theaterspielens plötzlich müde und habe die Bühne erst einmal hinter mir gelassen.

Haben Sie dem Theater völlig den Rücken gekehrt?
Neuhauser: Nein, nicht ganz. Zurzeit – bis Mai – spiele ich den Karl-Heinz Grasser in Florian Scheubas Stück "Unschuldsvermutung" am Wiener Rabenhof, davor bin ich wieder im Theater Regensburg aufgetreten.

Was liegt Ihnen mehr: auf der Bühne oder vor der Kamera zu stehen?
Neuhauser: Ich liebe die Abwechslung, aber im Augenblick gefällt mir die Arbeit auf dem Filmset besser. Die Kamera kriecht dir rein, man kann mit anderen Mitteln viel mehr erzählen als im Theater.

Und wann darf Julie in Dorf Ilm wieder auf Mörderjagd gehen?
Neuhauser: Es gibt neue "Todesfälle" für die "Vier Frauen", und ich hoffe, dass diese bald im Fernsehen zu sehen sein werden!

Steckbrief Adele Neuhauser
• Geboren am 17. 1. 1959 in Athen
• Lebte und arbeitete 24 Jahre in Deutschland, spielte am Stadttheater Regensburg den Mephisto.
• Ist seit zehn Jahren vermehrt in TV-Produktionen zu sehen, dreht zurzeit den dritten „Tatort“.
• Lebt seit 2005 wieder in Wien.

Interviews

Ein Fall für zwei
Interviews, 03. März 2011
Dem TV-Publikum ist Adele Neuhauser als resolut-komische Julie Zirbner aus "Vier Frauen und ein Todesfall" noch in bester Erinnerung. tele bat die sympathische Schauspielerin zum Gespräch.tele: Im Vergleich mit der Julie Zirbner ist die neue "Tatort"-Kommissarin ein völlig anderes Kaliber …Adele Neu… mehr >
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