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Jeff Bridges: Guter böser Mann
© Universal Pictures

Jeff Bridges: Guter böser Mann

Hollywood-Star Jeff Bridges im tele-Interview über seine Rolle im Oscar-Hit „True Grit“, die Coolness der Coen-Brüder und seine "verzwickten Situationen" am Set.
Veröffentlicht:
23.02.2011
 
Seine Leistung als versoffener, raubeiniger Marshal in "True Grit" bescherte Jeff Bridges die sechste Oscar-Nominierung. tele traf den smarten Charakterdarsteller auf der Berlinale 2011.

tele: Angeblich finden Sie in 99 Prozent aller Fälle einen Grund, ein Drehbuch abzulehnen ...
Jeff Bridges: Oh ja, ich tue mein Bestes, um der Arbeit aus dem Weg zu gehen. Denn kaum hat man bei einem Projekt zugesagt, kommt sicher eines um die Ecke, das viel besser gewesen wäre. Außerdem trennt mich das Filmen von meiner Frau und meinen Töchtern. Letztes Jahr war ich elf Monate weg – so kann man doch keine Beziehung führen! Zum Glück sind wir seit 35 Jahren zusammen, wir wissen also, wie es geht.

Wie arbeiten eigentlich die Coen-Brüder?
Bridges: Die Situation ist immer recht entspannt. Sie arbeiten immer mit denselben Leuten, versammeln eine Familie von Künstlern vor und hinter der Kamera und lassen die Leute einfach ihre Arbeit machen. Sie erinnern mich an Reiter, und wir Schauspieler sind die Pferde. Mit leichten Berührungen geben sie die Richtung vor, brüllen nie rum, wirken sehr trocken, sehr cool.

Sind Blockbuster-Dreharbeiten anders?
Bridges: Es ist jedes Mal ein neu gemischtes Kartenspiel mit neuen Mitspielern. Ich dachte, ich kenn’ mich aus – dann drehe ich "Iron Man", einen 200-Millionen-Dollar-Film, und erwarte, dass die alles fix und fertig haben, sitze aber jeden Morgen mit Robert Downey Jr., Regisseur Jon Favreau und den Comic-Autoren im Trailer und wir schreiben drei Stunden lang gemeinsam eine Szene.



In "True Grit" sind Sie eigentlich meistens betrunken – wie spielt man das? Oder trinkt man vorher einen Tequila?

Bridges: Oh nein, diese Lektion habe ich früh gelernt! Aber ich war schon so betrunken und kann mich noch gut daran erinnern. Das spielt man dann eben nach. Manchmal tropf ich mir ein wenig Schnaps ins Gesicht, nur für den Geschmack, dann haben die anderen Schauspieler auch was davon (lacht).

Was ist Rooster Cogburn für einer?
Bridges: Der ist definitiv nicht nur ein Guter, sondern auch ein Krimineller. Ich würde ja gern sagen, damals war die Grenze zwischen Gut und Böse oft sehr verschwommen. Aber seien wir uns ehrlich: Das ist heute noch genauso.


2010 gab’s den Oscar für "Crazy Heart", heuer den für "True Grit"?
Bridges: Nein, diesmal ist Colin Firth dran!

Hat Ihr Vater Lloyd Bridges Ihre Entscheidung Schauspieler zu werden beeinflusst?
Bridges: Mein Vater hat mich und meine Geschwister ermuntert ins Showbusiness einzusteigen. Auf das erste Filmset hat er mich noch getragen! Als ich sechs Monate alt war, besuchten wir den Filmemacher John Cromwell bei Dreharbeiten. Der brauchte gerade ein Baby. Ich sollte in der Szene weinen, und Jane Greer, die wunderbare Schauspielerin, meinte zu meiner Mutter: "Aber er ist so ein fröhliches Baby!" Meine Mutter sagte: "Ach, zwick ihn einfach!" 35 Jahre später drehte ich mit Jane "Gegen jede Chance" und ich sagte: "Du, ich habe emotional Probleme mit der Szene. Magst du nicht wieder …" (zerkugelt sich). Ich bin also das Produkt von Vetternwirtschaft!
 
 

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