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Interview mit Hans Sigl

Interview mit Hans Sigl

"Klarer Fall für Bär" (6.1., 21.00 Uhr im ZDF)
Veröffentlicht:
28.12.2010
 
Was war das Spannendste an Ihrer Filmarbeit als "Anwalt Bär"?

Eine neue Figur aus der Taufe zu heben, etwas völlig Neues im Fernsehen zu starten. So wie es für mich auch reizvoll war, einen völlig neuen Bergdoktor zu kreieren.

Welchen persönlichen Bezug haben Sie zur Justiz?

Ich habe tatsächlich ein Semester Jura in Innsbruck studiert und wollte selbst Anwalt werden. Doch das Studium war leider gar nicht meine Sache. Das wurde mir bereits im ersten Semester schnell klar. Mit "volkswirtschaftlichen, mathematischen Annäherungen an die Statistiken" konnte ich nicht viel anfangen.

Außerdem habe ich schnell begriffen: In der Realität sind Recht und Gerechtigkeit oft zwei Paar Schuhe. Eine bittere Tatsache, auf die wir in dem Film "Klarer Fall für Bär" auch hinweisen werden.

Haben Sie denn einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn?

O ja. Deshalb hatte ich mich auch ursprünglich zu dem Jura-Studium entschlossen. Ungerechtigkeiten in jeder Form bringen mich zur Weißglut. Schon in der Schule habe ich mich für die Schwächeren und ihre Rechte eingesetzt, war lange Klassensprecher und saß im Schulgemeinschaftsausschuss. Und wenn es Streit zwischen Mitschülern gab, habe ich versucht zu schlichten wie ein Mediator.

Wie kam es zu dieser neuen Filmrolle als Anwalt?

Die Grundidee stammt eigentlich von mir. Ich bin seit ewigen Zeiten großer Fan der legendären US-Serie "Petrocelli" aus den 70ern. Genau solch eine Anwaltsfigur spukte mir schon lange durch den Kopf. Eines Tages habe ich dann mit "Bergdoktor"-Produzent Matthias Walther über neue Stoffe philosophiert.

So schlecht fand er meine Idee offenbar nicht und hat dann mit dem Autor die Figur entwickelt: Wie sieht ein Petrocelli in Deutschland aus, ein Anwalt, der etwas anders an die Fälle herangeht?

Zu meiner großen Freude hat Dirk Pientka die Regie übernommen, mit dem ich auch schon beim "Bergdoktor" gerne und gut zusammenarbeite.

Hatten Sie auch schon mit Konstantin Wecker zusammengearbeitet, der Ihren Vater spielt?

Nein, ich kannte ihn persönlich nicht. Als ich hörte, dass unter anderen er für die Rolle angefragt ist, war er sofort mein Favorit, und ich habe ihm die Daumen gedrückt, dass es klappt. Ganz so einfach war es nämlich nicht, unsere Drehtage in seinem vollen Terminkalender unterzubringen.

Natürlich kannte ich Konstantin Wecker seit meiner Kindheit aus dem Fernsehen und habe ihn als Künstler sehr verehrt. Dass er auch als Mensch ein außergewöhnlicher Typ ist, habe ich jetzt beim Dreh schnell gemerkt, auch dass wir viele Gemeinsamkeiten haben. Wir beide gehen unsere beruflichen Herausforderungen relativ locker an und vergessen nicht, dass auch das Sprechen nichts anderes als Musik ist. Ein guter Schauspieler braucht ein sensibles Rhythmusgefühl, ein perfektes Timing.

Aber was Konstantin und mich vor allem von Tag zu Tag zusammengeschweißt hat, waren unsere Vater-Sohn-Dialoge, durch die wir sehr schnell einen persönlichen Draht fanden. Vom Alter her könnte er ja tatsächlich mein Vater sein.

Wir haben uns in den Drehpausen auch unsere privaten Geschichten erzählt. Das waren Gespräche, die sehr bereichernd waren. So wurden wir richtige Freunde.

Anwalt Bär will sich zu Beginn des Films eine berufliche Auszeit nehmen. Könnten Sie sich das auch mal vorstellen?

Er wird gefeuert, weil er aufgrund des Todes seiner Frau die Arbeit vernachlässigt hat, und will sich erst einmal wie ein einsamer Bär in seine Hütte am See zurückziehen. Ja, das ist ein verlockender Ge- danke. Ich kann das wirklich sehr gut nachvollziehen und versuche, mir auch als Schauspieler ab und zu mal eine Auszeit zu nehmen – und wenn es nur zwei bis drei Tage sind. Ich würde am liebsten mal eine Weltreise machen. Manchmal stelle ich auch mal das Handy für drei, vier Tage ab.
 
 

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