0%
 
Das österreichische Fernsehmagazin

Interview mit Jutta Speidel

Interview mit Jutta Speidel
Veröffentlicht:
21.12.2010
"Aber jetzt erst recht" (29.12., ARD, 20.15 Uhr)
Im Film "Aber jetzt erst recht" spielen Sie die herzensgute, engagierte Kathi Pfeiffer. Gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Ihrer Rolle?

(Lacht) Die herzensgute Kathi Pfeiffer hat auch eine kleine kriminelle Energie… Also, die herzensgute Kathi Pfeiffer ist in der Tat ein Mensch mit warmem Herzen, aber natürlich auch eine Person, die ein bisschen über die Stränge schlägt, indem sie das Geld der reichen Leuten auf die, die sich keine Behandlung in ihrem Institut leisten können, umverteilt. Das ist eine gute Sache, die man auch verstehen kann. Besser ist es natürlich, wenn man die Reichen vorher fragt, ob sie einverstanden sind, ärmere Patienten zu unterstützen. Sie macht es aber nicht, und das ist ihr Problem.

Kann man sagen, dass Kathi Pfeiffer eine moderne Robin-Hood-Figur ist?


Sie ist eine Robin-Hood-Figur! Das ist ganz klar. So ist es angedacht, und das war es auch, was uns beim Drehen sehr viel Spaß gemacht hat. Diese kleine Gaunerin kommt im Film auch noch auf einen Gauner, mit dem sie gemeinsame Sache macht, und dabei passiert es, dass sie sich auch ein bisschen ineinander vergucken.

Was hat sie an der Rolle gereizt? Welcher Aspekt des Films hat sie überzeugt, die Rolle der Kathi Pfeiffer zu übernehmen?

Der Gerechtigkeitssinn ist mir ja nicht ganz fremd. Auch ich habe etwas von einem Robin Hood in mir. Ich frage zwar die reichen Leute, ob sie meinen Verein Horizont e.V. unterstützen wollen, aber auch ich verteile diese Mittel auf ärmere Menschen um. Das war es auch, was mich gereizt hat, weil es zu mir passt und sich mit meinem Anliegen nicht beißt.

Stört es Sie, dass Sie eine Großmutter spielen?

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich eine Großmutter spiele, und außerdem ist es für den Film eine hübsche Farbe, einen Enkel zu haben, der letztlich die gleiche kriminelle Energie und den Gerechtigkeitsfimmel von seiner Großmutter geerbt hat. Deshalb machen die beiden dann auch gemeinsame Sache. Das ist einfach eine hübsche Farbe, und ein Sohn konnte es ja wohl schlecht sein. Ich hab damit kein Problem.

Es war ihre erste Zusammenarbeit mit Regisseur Nikolai Müllerschön. Was schätzen Sie besonders an ihm?

Er ist im wahrsten Sinn des Wortes ein cooler Typ. Er macht seine Arbeit mit so viel Humor. Er kennt sich aus und ist immer vorbereitet. Er ist mit ganzem Herzen dabei und ein liebenswerter und wahnsinnig netter Mensch.

Sie stehen jetzt bereits seit mehr als 40 Jahren vor der Kamera. In welche Rolle würden Sie gerne noch einmal schlüpfen?

Ich bin so ein Mensch: Auf zu neuen Ufern! Deshalb bin ich noch nie auf diese Idee gekommen. So zu denken, liegt mir sehr fern. Aber ein Höhepunkt war auf jeden Fall meine Theaterrolle in "Elektra" oder die "Ophelia" in Hamlet, die habe ich zweimal gespielt. Einmal am Burgtheater und einmal in Bad Hersfeld. Was Filme angeht, da sind "Fleisch", "Drei sind einer zu viel" und auch "Um Himmels Willen" Höhepunkte. Alles kommt immer zu seiner Zeit.

Interviews

Interview mit Jutta Speidel
Interviews, 21. Dezember 2010
Im Film "Aber jetzt erst recht" spielen Sie die herzensgute, engagierte Kathi Pfeiffer. Gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Ihrer Rolle?(Lacht) Die herzensgute Kathi Pfeiffer hat auch eine kleine kriminelle Energie… Also, die herzensgute Kathi Pfeiffer ist in der Tat ein Mensch mit wa… mehr >
Kommentare: 0
Melden Sie sich hier an, um einen Kommentar zu schreiben.
10.61.5.114