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Monster's Ball

Monster's Ball

Teaser:
The rural South - die ländlichen Südstaaten der USA: nicht zufällig das Setting für "Monster's Ball". Leider ist Rassismus im amerikanischen Süden noch immer eine weit verbreitete "Tradition" und bildet in diesem Film eines von zwei großen Themen. Das zweite - stärkere - ist die Liebe.
Veröffentlicht:
02.09.2002
 
Hank Grotowski (Billy Bob Thornton) ist Gefängniswärter in einem Kaff in Georgia - wie sein Vater Buck (Peter Boyle) und mittlerweile auch sein Sohn Sonny (Heath Ledger). In der Familie herrscht ein strenges Patriarchat, geprägt von unerbittlichem Rassismus. Im Job fungiert auch der Jüngste schon als Eskorte für Todeskandidaten, die ihren letzten Gang zum elektrischen Stuhl antreten müssen. Der allergrößte Teil dieser Verurteilten sind Afroamerikaner.

Eines Tages verliert Sonny die Beherrschung, zeigt sich dem Druck, der sich bei einer Hinrichtung aufbaut, nicht mehr gewachsen. Das darauf folgende Standgericht in der eigenen Familie treibt ihn in den Selbstmord. Der Großvater konstatiert nur, sein Enkel wäre "schwach" gewesen - genau wie Bucks Frau und seine Schwiegertochter, die sich ebenfalls umbrachten.

Doch Hank beginnt sich zu verändern. Er wirft seinen Job hin und begegnet der farbigen Kellnerin Leticia (Halle Berry), die wie er am Boden zerstört ist. Ihr Mann wurde nämlich vor kurzem hingerichtet - von Hank. Die Unterschiede zwischen den beiden könnten nicht größer sein und doch entwickelt sich das Unmögliche...

"Monster's Ball" ist die Bezeichnung für die letzte Nacht vor der Hinrichtung. Vor einer solchen, im übertragenen Sinne freilich, hatten Hollywoods Starregisseure offensichtlich Angst und wagten sich nicht an die Verfilmung des ebenso heiklen wie komplexen Stoffes. So werden die Top-Regisseure der Zukunft geboren. In diesem Falle: Marc Forster, geboren in Ulm, aufgewachsen in der Schweiz, wohnhaft in New York. Der Blick des Ausländers deckt alteingesessene amerikanische Missstände auf. Halle Berry teert den Weg für alle farbigen Schauspieler mit ihrem Oscar für die beste weibliche Hauptrolle und haut ihn jedem Rassisten um die Ohren.

Bei diesem Film braucht man nicht zu fragen, ob die Darstellerriege oder die Story besser ist. Alles ist perfekt.
 
 

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