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Interview mit Jürgen Prochnow
© ARD

Interview mit Jürgen Prochnow

"Schlüsselerlebnis Tatort"
Veröffentlicht:
25.05.2010
 
Herr Prochnow, man kennt Sie aus vielen internationalen Produktionen wie "24", der "Da Vinci Code", "Der Englische Patient", "Air Force One". Wie kommt es, dass Sie nun nach langen Jahren wieder bei einem Tatort dabei sind?
Ich denke schon, dass man mich auch noch aus deutschen Produktionen kennt. Los Angeles ist mein Film-Mittelpunkt geworden, dadurch ist hier vielleicht eine gewisse Lücke entstanden. Ich habe aber auch immer mal wieder in Deutschland gearbeitet. Beim Tatort bin ich dabei, weil ich mit Regisseur Florian Baxmeyer vor ein paar Monaten zusammengearbeitet habe. Die Arbeit hat mir sehr gut gefallen. Dass Radio Bremen mir dann die Rolle angeboten hat, war quasi auf seinem Mist gewachsen, Baxmeyer hat mich quasi besetzt. Das Buch und die Rolle haben mir sehr gut gefallen. Weil gerade eine Deutschland-Tournee mit Gedichten und Prosa von Hermann Hesse geplatzt war, hatte ich Zeit – und ich habe es gern angenommen.

Was hat Ihnen an diesem Drehbuch gefallen? Die Rolle, das Thema?
Es ist das Thema. Es hat mir sehr gut gefallen. 1972 habe ich einen Tatort mit Wolfgang Petersen gemacht. Das war damals eine wunderbare Erfahrung und für mich der Knackpunkt, der mich zum Film führte. Mein Schlüsselerlebnis war also ein Tatort, und jetzt bin ich wieder beim Tatort (lacht).

Sie spielen Hans Rodenburg, einen Unternehmer und Mäzen mit Stasi-Verwicklungen. Wo liegt für Sie die Herausforderung an dieser Rolle, was war für Sie schon beim Lesen spannend?
Diese Geschichte und ihre Verknüpfungen finde ich äußerst spannend, weil sie für meine Begriffe sehr real erscheint. Rodenburg hat eine Vergangenheit, war in der DKP, durfte nicht im öffentlichen Dienst arbeiten und wurde dann ein Unternehmer, der auch Geschäfte mit der DDR machte. Dadurch entstanden Kontakte mit Stasi-Leuten. Ich finde die geschriebenen Figuren faszinierend. Das ist deutsche Vergangenheit und deutsche Geschichte. Die Auseinandersetzung damit, eingebaut in eine Krimigeschichte – finde ich sehr gut.

Sie haben ja schon Erfahrungen mit vielen Regisseuren. Florian Baxmeyer ist ja noch recht jung. Ist das anders in der Zusammenarbeit?
Nein. Die Art und Weise, wie er arbeitet, hat mir sehr gefallen. Manchmal lernt man den Regisseur heute kaum noch kennen, er sitzt nur an seinem Monitor und man hört nur Anweisungen. Als ich anfing, gab es das so noch gar nicht: Der Regisseur stand neben dem Kameramann und hat die Szene viel mehr mit durchlitten, die Connection war viel stärker, als sie es heute beim Filmregisseur ist. Insofern hat es mir sehr imponiert, wie Baxmeyer es gemacht hat, wie er es gehandlet und aufgebaut und wie er die einzelnen Szenen im einzelnen aufgelöst hat – und wie wir uns gegenseitig verstanden haben. Ich fand das eine sehr schöne gemeinsame Arbeit.
 
 

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