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Interview mit Rolf Lassgård

Interview mit Rolf Lassgård

Eine spannende Geschichte
Veröffentlicht:
11.05.2010
 
Dem deutschen Publikum sind Sie als Gunvald Larsson aus der schwedischen Krimi-Reihe "Kommissar Beck" und als Kommissar Kurt Wallander in den Verfilmungen der Erfolgsromane von Henning Mankell bekannt. Nun verschlug es Sie nach Südafrika. Wie kam es zu diesem Angebot?
Ich glaube, es war der Regisseur Rainer Kaufman, der mit mir Kontakt aufgenommen hat. Und nachdem ich das Drehbuch gelesen und mit ihm darüber diskutiert hatte, war ich von dem Projekt überzeugt. Für mich es ist eine spannende Geschichte über Südafrika in den 60er-Jahren und heute. Ich hatte schon einmal Gelegenheit, in Südafrika zu drehen. Es war einer der Wallander-Filme "Die weiße Löwin". Wir drehten den Film Mitte der 90er – nur wenige Jahre nach dem Ende der Apartheid – und ich war wirklich neugierig, zurück zu kommen und zu sehen, was sich dort seither getan hatte.

"Ellas Geheimnis" besticht nicht nur durch außergewöhnliche Bilder, sondern der historische und gesellschaftliche Hintergrund steht in dieser Geschichte im Vordergrund. Inwieweit haben Sie sich mit dem Thema Apartheid auseinander gesetzt?
Seit meiner Jugend habe ich Filme zur Apartheid gesehen und darüber gelesen. Aber ich war noch nie so nahe an dem Thema wie bei den Dreharbeiten von "Die weiße Löwin” in Cape Town. Wir haben in den Townships gedreht – ein Erlebnis, was ich nie vergessen werde. Eines Tages ging ich mit einem farbigen Schauspielerkollegen am Meer spazieren. Dort gab es große Rasenflächen mit Schildern, auf denen Hunden der Rasen verboten wurde. Er erzählte mir, dass vor einigen Jahren Schilder mit gleichen Verboten für Schwarze aufgestellt waren.

Jack hat als junger Mann schwere Schuld auf sich geladen, können Sie sich in diesen Jungen hineinversetzen?
Ja, Jack hat enorme Schuldgefühle. Und ich kann dieses Gefühl nachvollziehen, dass Dich eine schlimme Tat aus Deiner Jugend verfolgt. Mir gefällt an ihm, dass er auf verschiedene Weise versucht, seine Schuld wieder gut zu machen. Er setzt die Farm auf eine völlig andere Weise ein, als es seine Eltern getan haben. Er versucht das Land denjenigen zurück zu geben, denen es einmal gehört hat.

Im letzten Jahr standen Sie mit Hannelore Hoger auch für "Bella Block – Das schwarze Zimmer" (AT) vor der Kamera. Sind Sie mittlerweile so etwas wie ein eingespieltes Team?
Haha! Ich bin sehr froh darüber, zwei Filme mit Hannelore Hoger gedreht zu haben! Sie ist eine große Schauspielerin! Sie gibt sehr viel und verlangt auch bei dem Dreh. Und dieses Geben und Nehmen gefällt mir! Wir spielten in unterschiedlichen Sprachen, aber haben uns sehr gut verstanden. Und auch eine Menge Spaß gehabt. Ich bin außerdem sehr froh darüber, dass Rainer Kaufman auch bei "Bella Block" Regie geführt hat. Ich dachte schon in Südafrika, dass ich gerne wieder mit ihm arbeiten würde. Er ist noch ein Grund dafür, warum es so gut zwischen Hannelore Hoger und mir läuft.

Sie haben mit einem internationalen Team zusammen gearbeitet. Bedeuten solche Produktionen für Sie eine ganz besondere Herausforderung?
Die größte Herausforderung ist, in einer anderen Sprache zu spielen. Ich finde es großartig, mit Schauspielern aus anderen Ländern zu arbeiten. In so einem kleinen Land wie Schweden kennt man die meisten Schauspieler. In einer Produktion wie dieser ist es ein bisschen wie ein Neubeginn, das mag ich. Aber am Ende merkt man doch, dass alle Schauspieler dieser Welt sich ähnlich sind. Ich glaube, das Besondere an einer solchen Produktion ist das viel größere Team.

Hatten Sie mit den klimatischen Bedingungen bei den Dreharbeiten in Afrika zu kämpfen?
Nicht wirklich. Ja, es war schon sehr heiß, aber mein Drehplan war sehr günstig. Ich habe mehr Zeit am Pool verbracht als Hannelore Hoger.

In einem Interview sagten Sie, dass Musik ein unendlich wichtiger Teil Ihres Lebens ist und Sie ein wenig traurig sind, dass Sie kein Musikinstrument spielen können. Dann verraten Sie uns, was das für ein Instrument war, mit dem Sie Ella etwas vorspielten?
Im Film spiele ich auf einem "Thumbpiano", ein afrikanisches Daumenklavier. Ein altes Instrument mit gestimmten Nägeln (Stahlzungen). Ich bin sehr stolz darauf, dass man mein Spiel im Film hören kann und ich auch der Komponist der Melodie bin (lacht).
 
 

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