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"In meiner Kindheit ging immer alles gut aus"
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"In meiner Kindheit ging immer alles gut aus"

Interview mit Thomas Gottschalk
Veröffentlicht:
15.06.2009
 
Sie drehen Ihre Kolumne in den Kulissen von Bullys Film 'Wickie und die starken Männer'. Der Comedian schrieb dabei das Drehbuch, castete, führte Regie. Wie sehen Sie Herrn Herbig?
Thomas Gottschalk: Bully ist eine Ausnahmeerscheinung. Er ist kein eindimensionaler Komiker wie viele seiner Kollegen, er hat auch eine große Regiebegabung.
Als ich 'Die Supernasen' drehte, habe ich meinen Produzenten vorgeschlagen, eine komödienhafte Persiflage auf die Karl-May-Filme zu drehen. Mike Krügers Nase eignete sich natürlich sehr gut für Winnetou und ich sah mich schon als Lex Barker. Aber meine Produzenten meinten, das könne man nicht machen. Niemand wolle über so große Kinohelden lachen. 15 Jahre später hat Bully das mit großem Erfolg gemacht.

Gibt es einen vergleichbaren Mann in den USA?
Da gibt es schon einige Comedians, Adam Sandler beispielweise, Will Ferrell oder Kevin James. Bully hat in Deutschland Glück, denn es gibt hier nicht so viele vielseitig begabte Talente wie ihn.

Werden Sie in einem von Michael Herbigs Filmen mitspielen?
Das wird er sich gut überlegen, ob er mich fragt ... Er würde mich wohl eher persiflieren.

Gibt es andere Pläne, auf die Leinwand zurückzukehren oder neue Projekte?
Immer wieder mal. Aber wenn, dann muss es funktionieren. Ich habe schon kleinere Ideen, aber wenn ich dabei unter fünf Mio. Zuschauer habe, heißt es doch gleich, das hat nicht geklappt. So arrogant es klingen mag, aber ich bin irgendwie zur Größe verdammt. Das ist zwar nicht fair, aber es ist Fakt, daher bin ich vorsichtig.

Zurück zu 'Wickie und die starken Männer'. Mit welchen Serien sind Sie groß geworden?
In einer schwarz-weißen Fernsehwelt, mit 'Lassie', 'Flipper', 'Fury' und 'Rin Tin Tin'. In meiner Kindheit ging alles noch immer gut aus. Das Böseste, was passieren konnte, war ein schlimmer Nachbar, der mit der Luftpistole herumballerte.

Was haben Sie als Kind im Kino gesehen?
Winnetou und Old Shatterhand natürlich. Ich habe eine wesentlich gewaltlosere Kino-Zeit erlebt. Wenn man 'Terminator' mit Edgar Wallace vergleicht: Damals war Klaus Kinski das Böseste, was das Kino hergab.

Hat sich der deutsche Film seitdem entwickelt?
Den klassischen deutschen Kommerz-Film gibt es nicht mehr. Entweder es wird Kunstkino gemacht, wofür die Deutschen berühmt sind. Oder es gibt intellektuelle Kreativleistungen von Einzelkämpfern wie Til Schweiger mit 'Keinohrhasen'.

Gottschalks Filmkolumne - Ich liebe Kino': Mittwoch, 17. Juni, Tele 5, 20.00 Uhr
 
 

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