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NVA

NVA
Starttermin:
Ab 29. September 2005 im Kino
Teaser:
Wehrdienst ist für die, die ihn absolvieren müssen, selten ein großer Spaß - egal, in welchem Staat. Um so größer die Schadenfreude beim Beobachter. Filmkomödien (und Dramen) über Kasernengeschichten gibt es genau deswegen bereits in Hülle und Fülle.
Veröffentlicht:
27.09.2005
Leander Haußmanns ("Sonnenallee" 1999, "Soloalbum" 2003) neue Komödie "NVA" nimmt sich des Wehrdienstes in der ehemaligen DDR an: Erzählt wird die Geschichte der letzten Wehrpflichtigen in der Nationalen Volksarmee vor dem Zusammenbruch der DDR Ende der 80er-Jahre.

Die Story wird aus der Sicht zweier neuer Rekruten in der "Fidel Castro"-Kaserne gezeigt: Henrik (Kim Frank) und Krüger (Oliver Bröcker). Sie freunden sich sofort an, denn beide tragen eine gewisse subversive Energie in sich.

Großartig Lust auf die Chose haben jedenfalls beide nicht. Und so träumt sich der Romantiker Hendrik immer mal wieder zu seiner Freundin Eva, die daheim auf ihn wartet. Krüger hingegen simuliert einen Gehirntumor, wird erwischt und kommt in eine Strafeinheit.

Für Drill und Schikane ist Oberst Kalt (Detlev Buck) zuständig, dessen Name Programm ist. Während die Vorgesetzten treu an den Klasssenfeind glauben und nichts anderes im Sinn haben als die Verteidigung ihres Sozialismus, hören die Rekruten schon längst "Rolling Stones" und türmen aus der Kaserne, sobald die Mauer fällt.

Die Filmsatire knausert nicht mit Scherzen, die man gemeinhin aus dem Kasernen-Genre kennt. Zugleich zeichnet Haußmann aber auch ein treffendes Porträt der ganz speziellen DDR-bürokratischen Verhältnisse - von denen er aus eigener Erfahrung weiß. Denn Haußmann und sein Ko-Autor, Thomas Brussig, haben seinerzeit selbst "dienen" müssen.

Die einen finden den Film nicht realistisch genug, weil das Kasernenleben völlig losgekoppelt von den Ereignissen bis zur Wende dargestellt wird (Günter Schabowski im "Spiegel" 39/2005), die anderen sehen zu wenig Hintergründigkeit im Uniform-Klamauk.

Fest steht auf jeden Fall, dass "NVA" hervorragende Unterhaltung bietet. Mit dem zarten Ex-"Echt"-Frontmann Kim Frank, seinem Filmkumpel Oliver Bröcker und Detlef Buck agieren außerdem Darsteller vor der Kamera, die auch eine schwächere Story gut tragen könnten.
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