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"Ich will von Musik leben können, die mir Spaß macht."
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"Ich will von Musik leben können, die mir Spaß macht."

"ORF-Star des Jahres 2009": Oliver Wimmer im ausführlichen tele-Interview.
Veröffentlicht:
03.02.2009
 

Was vermisst du am meisten an der Zeit vor Starmania? „Ich war vorher anonym. Jetzt gehe ich auf die Straße und werde von Leuten angesprochen und gebe oft Autogramme. Das ist natürlich sehr nett, aber man braucht auch ein bisschen Ruhe. Das Leben vorher war ein anderes, dennoch freue ich mich jetzt irrsinnig über mein neues. Ich habe jetzt natürlich sehr viel zu tun, aber das habe ich mir auch ausgesucht.“

Welche Erfahrungswerte nimmst du aus der Zeit mit Starmania mit? „Man lernt bis zu einem gewissen Grad, wie es ist, in der Öffentlichkeit zu stehen. Man nimmt auch einiges an Lebenserfahrung mit - etwa wie es ist, richtig mit Stress umzugehen oder die gesangliche und bühnentechnische Weiterentwicklung. Durch die Gruppenmedleys habe ich auch die Erfahrung gemacht, was es heißt, auf der Bühne tanzen zu müssen, was mir erstaunlicherweise auch wirklich sehr viel Spaß gemacht hat. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals im Fernsehen über die Bühne tanzen würde.“

Hast du an Selbstbewusstsein gewonnen? „Ja, sicher. Ich habe zwar gar keine Hemmungen, auf irgendeiner Bühne zu stehen, aber Starmania war nun mal Fernsehen, Hauptabendprogramm. Das ist natürlich doch etwas anderes. Mit der Gitarre fühle ich mich schon sicherer auf der Bühne. Deshalb habe ich mich auch mit dem letzten Song am wohlsten gefühlt. Da ist der Mikroständer gestanden mit den Bodentretern für die Gitarre. Das war für mich ein ganz anderes Bühnengefühl.“

Hast du den Finalsong selbst geschrieben? „Ich habe bei dem Finalsong mitgewirkt (Anm. Titel: "Blown Away"). Vor allem die Freitagabend-Version ist eigentlich sozusagen meine Version. Ich habe das Arrangement mit der Songwriterin gemeinsam abgesprochen und den Text geändert, das Ganze verlagstechnisch geklärt und dann noch im Studio die Gitarrenspuren vom Solo eingespielt. Der Song gefällt mir sehr gut; ich finde, es ist ein starker Song.“

Kommenden Freitag wird die Single "Blown Away" präsentiert und dann gehst du gemeinsam mit deinen Kollegen auf Tour. Danach wird deine erste CD produziert. Inwiefern wirst du deine eigenen Songs mit einbringen können? „Ich weiß noch nicht genau, wie das ablaufen wird. Da stehen noch einige Gespräche mit der Plattenfirma und dem Produzenten bevor, etwa wie das Album ablaufen oder produziert werden soll. Ich werde auf jeden Fall versuchen, soviel wie möglich von mir einzubringen. Sollte es eine zweite Single geben, werde ich auch darauf schauen, dass es eine von mir ist.“

Ist es dein Traum, von Musik leben zu können? „Ja, ich will aber vor allem von Musik leben können, die mir Spaß macht. Das ist heutzutage zwar - vor allem hierzulande - ein Ding der Unmöglichkeit. Probieren kann man es aber auf jeden Fall. Wie das ausgeht, weiß ich noch nicht.“

Seit wann verspürst du den inneren Wunsch, Musiker zu werden? „Ich habe zuerst damit angefangen, intensiv Musik zu hören und in weiterer Folge wollte ich Gitarre spielen können. Da habe ich dann gar nicht lange überlegt und einfach mit 13, 14 Jahren damit angefangen. Einerseits hatte ich Unterricht, andererseits habe ich mir auch vieles selber beigebracht.“

Es scharen sich momentan ständig Menschen um dich und du musst dich dem stellen. Du wirst momentan mit einer Art surrealen Welt konfrontiert. Hast Du Angst davor, abzuheben? „Ich glaube, jeder hätte Angst, abzuheben, aber ich denke mir, das schaffe ich gar nicht. Es gibt zwar keine Garantie dafür, aber ich kann es mir einfach nicht vorstellen. Ich war jetzt in einer Fernsehshow. Es gibt aber auch Leute, die waren nicht in dieser Show und können um ein Vielfaches besser singen als ich. Ich habe auf jeden Fall Glück gehabt und einen Bekanntheitsgrad erreicht. Der kann aber schnell wieder vergehen. Ich hoffe es zwar nicht, aber es kann alles passieren. Ich werde jedenfalls das Beste daraus machen.

Ist es beängstigend oder fühlt es sich gut an, wenn 14-jährige Groupies in deiner Gegenwart kreischen und dich scharenweise heiraten wollen? „Ich würde mich nicht heiraten wollen. Es ist für mich neu und bis zu einem gewissen Grad auch nett. Die Grenze zur Privatsphäre muss man aber auf jeden Fall auch ziehen.“

Gibt es einen Plan B, wenn es mit der Musik nicht klappt? „Dann werde ich trotzdem Musik machen, weil ich nicht damit aufhören will und ich viel Spaß daran habe. Dann mache ich eben so weiter wie vorher, im kleinen Bereich. Möglicherweise arbeite ich dann als Studiomusiker, Tontechniker oder Produzent. Es gibt verschiedene Wege.“

„Was für ein Gefühl gibt dir die Bühne? „Ein ganz eigenes. Auf den meisten Bühnen bin ich nicht nervös, vor allem jetzt nicht, nachdem ich mehrmals auf so einer Riesenbühne gestanden bin. Dort war es auch ein extra Adrenalin-Schub. Ich war teilweise selber über mich erstaunt, weil die Bühne mich Sachen hat machen lassen, die mich überrascht haben.“

Hast du Angst, deine Freunde zu verlieren? „Meine Freunde waren in letzter Zeit öfter enttäuscht, weil ich keine Zeit für sie hatte, aber sie haben auf jeden Fall Verständnis dafür. Es wird sich aber jetzt alles wieder etwas normalisieren und dann werde ich bestimmt wieder mehr Zeit für sie haben.“

Was inspiriert dich beim Texten/Komponieren? „Sehr viel. Alltägliche Themen, die mich beschäftigen. Ich kann das, was mich bewegt, auf mich selbst reflektieren und es auf die Musik übertragen. Natürlich inspirieren mich auch andere Musiker wie zum Beispiel - um ein paar geläufigere zu nennen - „Fall Out Boy“, „Blink 182“ oder „Foo Fighters“. Bei mir kommt zuerst die Musik und dann der Text - aus dem einfachen Grund, weil der Text dann auf den Klang abgestimmt werden kann. Das geht natürlich besser, wenn die Musik zuerst da ist und dann der Text darüber gelegt werden kann.“

Willst du eine internationale Rockstar-Karriere anstreben? „Wenn es geht, schon. Ich halte es jedoch für unrealistisch. Jedenfalls sollte man damit rechnen, dass das nicht passiert. Denn dann ist es umso besser, wenn es aufgeht.“

Mit welchem Künstler würdest du gerne arbeiten? „Mit John Mayer würde ich gerne arbeiten (Anm.: US-amerikanischer Sänger/Sonwriter und Gitarrist; seine Songs verbinden die Stilrichtungen Folk, Rock, Pop und Blues). Dessen Stil ist zwar nicht radiotauglich, aber was der so macht, hat mich schon beeindruckt.“

Wie siehst du deine musikalische Zukunft? „Ich fühle mich als Rockmusiker und werde dem treu bleiben.“

 
 

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