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"Preise zeugen von Respekt"

"Preise zeugen von Respekt"

Klaus-Maria Brandauer im Gespräch
Veröffentlicht:
07.11.2008
 
Sie spielen in ‚Die Geschichte der Dorothy Dandridge’ den in die USA immigrierten österreichischen Regisseur Otto Preminger. Haben Sie diesen mal kennen gelernt?
Klaus Maria Brandauer: Nein, leider nie persönlich. Aber sein Bruder Ingo Preminger hat den ersten Film produziert, in dem ich mitgespielt habe, das war ‚The Salzburg Connection’ im Jahr 1972.

Hat Ihnen Ingo von seinem berühmten Bruder erzählt?
Er hat erzählt, dass sein Bruder Otto Haarausfall hatte und dass er ihm vorgeschlagen hat, er solle sich doch eine Glatze schneiden lassen, dann würden die Haare wieder wachsen. Dem war dann nicht so und es gab ein längeres Zerwürfnis zwischen den Brüdern.

Haben Sie sich denn für ‚Dorothy Dandridge’ eine Glatze schneiden lassen?
Nein, mir wurde deshalb jeden Morgen vor Drehbeginn eine fast fünfstündige Massage-Kopfbehandlung zuteil, wo man mir über meine Haare einen ganz feinen Hautersatz legte. Dass war furchtbar weil ich so früh aufstehen musste, aber auch großartig, weil ich dadurch in eine fast tranceartige Konzentration hinein kam.

Was braucht es, um ein guter Filmschauspieler zu sein?
Wenn Sie einen Journalisten zu spielen haben, der ein Interview macht und ich einen Schauspieler, der das Interview gibt, und wir beide können so reden, wie wir das tun, obwohl die Kamera läuft, sind wir beide gute Filmschauspieler. Mehr braucht es dazu gar nicht.

Hatten Sie als gestandener Schauspieler bei der Entstehung des Films der damals recht unbekannten Halle Berry gegenüber Vorurteile?
Ich kannte sie vorher nicht und habe schnell bemerkt, dass sie eine fantastische Kraft besitzt und auch hervorragend singen und tanzen kann. Es hat mir großen Spaß gemacht, mit ihr zu spielen und mich in sie zu verlieben, nur im Film natürlich!

Wie wichtig sind Ihnen Preise?
Es freut mich, weil Preise ja von Interesse und von Respekt zeugen und es freut natürlich auch die Leute, die mich kennen. Meine inzwischen verstorbenen Eltern hat es eigentlich immer mehr gefreut als mich.

Es gibt also keinen Preis, den Sie ablehnen würden?
Das kommt darauf an. Ich war bisher noch nie in der Situation, über eine solche Ablehnung ernsthaft nachzudenken.

Warum haben Sie Ihre Schauspielausbildung nach nur zwei Semestern abgebrochen?
Ich habe nicht wirklich abgebrochen, sondern eines Tages war ein Intendant da, der nach einem Darsteller für ein Shakespeare-Stück suchte. Einer der Schauspielschüler sprach vor, ich musste als Eleve sein Dialogpartner sein, woraufhin der Intendant sagte: "Den nehme ich!" Der Schüler kam runter, doch der Intendant winkte ab. "Nicht Sie, ich meine den Kleinen da!"

Damit meinte er mich. Weil ich gerade Vater wurde, habe ich gedacht, es ist nicht schlecht, etwas Geld zu verdienen. Also habe ich im Alter von 19 Jahren am Geburtstag meines Sohnes Christian meinen ersten Theatervertrag unterschrieben. Und seit dieser Zeit bin ich dabei.

Die Geschichte der Dorothy Dandridge: 16. November, Tele 5, 20.15 Uhr
 
 

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