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„Ich bin jemand, der denkend spielt“
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„Ich bin jemand, der denkend spielt“

Johanna Christine Gehlen über ihre Rolle in der neuen Danella-Verfilmung
Veröffentlicht:
13.09.2006
 
Nina heißt sie im Film. Tierärztin, kurz vor der Hochzeit mit dem soliden Paul. Dann ruft die Tante vom Chiemsee an, schwer krank. Nina fährt hin, trifft den verwitweten Vater und Künstler Daniel (gespielt von Michael von Au).

Der Rest ist fast klar. Halb zog er sie, halb sank sie hin usw. Gespräch mit Johanna Christine Gehlen über ihre Rolle und alleinerziehende Väter und Mütter...

Frau Gehlen, wovor hat Nina Angst?
Johanna Christine Gehlen: Sie hat Angst, sich emotional zu entscheiden. Seit sechs Jahren ist sie mit Paul zusammen, einer vertrauten Person, die keinen neuen Anfang, sondern Kontinuität bedeutet. Dieses Vertrauen gibt sie nur ungern her.
Dieses Phänomen habe ich selbst schon im Freundeskreis beobachtet: Da sieht ein Paar keine gemeinsame Zukunft mehr, doch die Familie mit Schwiegereltern und Anhang bindet einen – weshalb die Partner letztlich zusammenbleiben.

Warum bringt dann dieser Daniel Nina so aus der Fassung?
Johanna Christine Gehlen: Sie sehnt sich nach seiner Lebenshaltung. Das ist ja oft zu beobachten bei Menschen, die malen oder schreiben, auch wenn sie damit wenig verdienen: Sie halten trotz einer Krise – oder gerade deshalb? – an ihren Leidenschaften fest.

Oft trifft alleinerziehende Mutter auf Mann. Im Film ist es umgekehrt. Könnten Sie sich so eine Liaison vorstellen?
Johanna Christine Gehlen: Da ich selber gern Kinder haben möchte, wäre ich nicht lange die "kinderlose" Frau. Ansonsten kann so eine Konstellation sehr wohl eine Bereicherung sein.

Sie sind privat ein sehr aufgeschlossener, freundlicher Mensch – viele Ihrer Rollen hingegen zeigen Sie meist als äußerst zweifelnde, kritische Person. Wie passt das zusammen?
Johanna Christine Gehlen: Ich bin dankbar, unterschiedliche Figuren spielen zu dürfen. Obwohl die auf den ersten Blick sehr verschieden wirken, handeln und auftreten, haben alle eine Gemeinsamkeit: Sie sind alle auf der Suche. Meine Herangehensweise beim Spielen ist immer ähnlich. Ich bin jemand, der denkend spielt und nicht ausschließlich fühlend. Ich versuche also, die psychologische Ebene mitzuerleben, um den Charakteren eine Chance zur Entwicklung und Wandlung zu geben.


Utta Danella – Der Himmel in Deinen Augen: Freitag, 29. September, ARD, 20.15 Uhr
 
 

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