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„Ich habe vorher nie Fußball gespielt“
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„Ich habe vorher nie Fußball gespielt“

Gespräch mit Nora Tschirner über die Dreharbeiten zum Fußball-Film "FC Venus"
Veröffentlicht:
25.04.2006
 
Wie bist du zur Rolle der Anna gekommen?
Die Regisseurin Ute Wieland hat "Kebap Connection" gesehen und wollte unbedingt, dass ich bei "FC Venus" mitmache.

Was war für dich die Herausforderung an der Rolle?
Die war zunächst der Fußball, denn ich habe vorher noch nie gespielt.

Du hattest zur Vorbereitung auf die Rolle Einzeltraining. Wie lief das ab?
Ich musste ins Jugend-Trainingsinternat des HSV, ein eher Testosteron-geschwängertes Gelände. Die Jungs dort kurbelten morgens die Fensterläden hoch und guckten zu, wie ich um meine kleinen Fähnchen und Kegel sprang. Ich habe mit drei verschiedenen Trainern zusammen gearbeitet; die haben mich ganz schön beschäftigt.

Welche Erfahrungen hast Du als Schauspielerin bei "FC Venus" gemacht?
Ich habe bisher immer Mädels gespielt, die moralisch auf dem richtigen Trip waren. Aber Anna ist unglaublich spröde. Sie hat ein Trauma mit ihrem Vater zu verarbeiten, was sie irrational handeln lässt. Das fand ich spannend, weil man auf einem sehr schmalen Grat zwischen zickig und Verständnis heischend wandelt. Anna hat einfach selten Recht mit dem, was sie macht. Sie sieht schnell Rot, ist sehr impulsiv und temperamentvoll. Einfach nicht wirklich cool.

Wie war dein Verhältnis zu Ute Wieland, der Regisseurin?
Ich wusste, dass wir mit dem Film ein riesiges Pensum zu absolvieren hatten, und es ist normal, dass Regisseure beim Dreh ziemlich angespannt sind. Ute ist jedoch wahnsinnig konzentriert und weiß genau, was sie will, ohne uns dabei die Freiheit als Schauspieler zu nehmen. Man hat bei ihr nie das Gefühl, man hängt in der Luft und muss sich totspielen. Sie kennt sehr genau ihre Version, ist aber immer bereit, andere Sachen zu integrieren – etwas anderes kann man sich nicht wünschen von einem Regisseur.

Wie war die Zusammenarbeit mit Christian Ulmen?
Darüber möchte ich nicht sprechen (lacht). Das ist ein zweischneidiges Schwert. Wir machen seit anderthalb Jahren eine Sendung zusammen, und ich habe mir sehr gewünscht, dass er mitspielt. Andererseits war es auch schwierig, weil wir ein eingespieltes Team sind, aber auf einer ganz anderen Ebene. Wenn wir im Fernsehen gemeinsam vor der Kamera stehen, wird gestichelt und gefoppt, und jetzt mussten wir plötzlich so etwas Wahrhaftiges, Liebevolles mit einbringen. Das war eine Herausforderung, aber es hat funktioniert.
 
 

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