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Interview mit Jennifer Aniston

Interview mit Jennifer Aniston
Veröffentlicht:
23.02.2004
Die Rolle der Rachel Green in "Friends" machte Sie berühmt. Ist das schwer, sich von diesem Image zu lösen?
Jennifer Aniston: Ja. Deshalb war ich ganz froh, als mir "...und dann kam Polly" angeboten wurde. Eine erfrischend geradlinige Geschichte, ohne konstruiert zu wirken wie so viele andere. Der Film lebt von seinen Charakteren, sie sind es, die die Geschichte vorantreiben, das hat mir sofort gefallen.

Polly ist ein Freigeist, der sich keine Vorschriften machen lässt und nur für den Augenblick lebt. Ein Luxus, den sich die meisten Menschen nicht leisten können...
J.A.: Bei Polly kann man fast von einer Phobie sprechen. Alles, was mit langfristigen Plänen zu tun hat, ist ihr unerträglich. In dem Punkt kann ich mich mit Polly identifizieren, denn ich halte mir auch gerne so viele Optionen wie möglich offen.

In dem Film geht es darum, Risiken einzugehen. Wie risikofreudig sind Sie selbst?
J.A.: Der Einstieg bei "Friends" war das erste große Risiko, das ich einging. Glücklicherweise landete ich damit nicht auf dem Bauch. Jetzt ist es vielleicht an der Zeit, neue Risiken zu wagen. Wer nicht bereit ist, ins kalte Wasser zu springen, kann langfristig nur verlieren!

Was war Ihre größte Fehlentscheidung bisher?
J.A.: Ich weiß nicht, ob Sie meinen ersten Film ("Lepre-chaun") gesehen haben? Es ging für mich damals darum, den Film entweder zu machen oder keine Arbeit zu haben. Deshalb weiß ich nicht, ob man überhaupt von einer Entscheidung sprechen kann. Auf der anderen Seite glaube ich, dass letzten Endes alle meine Entscheidungen gut waren, denn aus jedem Fehler habe ich gelernt.

Und Ihre beste Entscheidung?
J.A.: Mich für Brad (Pitt) entschieden zu haben. Ich kann mir nicht vorstellen, jemals mit einem anderen Mann zusammen zu sein. Brad ist die Liebe meines Lebens.

Sie sagten mal, wenn es mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte, wären Sie Psychotherapeutin geworden. Vielleicht wäre ja Brad Pitt zu Ihnen in die Praxis spaziert. Er hat vor einiger Zeit eine Psychotherapie abgeschlossen. Wer von Ihnen beiden ist neurotischer - Sie oder Ihr Ehemann?
J.A.: (lacht) Eindeutig ich. Nicht nur, dass ich im Schlaf spreche, ich bin auch Schlafwandlerin!

Ihrer Ehe mit Brad Pitt gab kaum einer eine Chance - heute zählt sie zu den glücklichsten in Hollywood. Nervt Sie die Frage, warum sie immer noch hält?
J.A.: Hmm... Wir sind jetzt vier Jahre verheiratet. Nach Hollywood-Zeitrechnung ist das eine Ewigkeit! Das kann doch nur daran liegen, dass wir bisher irgend etwas richtig gemacht haben.

Und das wäre...?
J.A.: Wenn man heiratet, geht niemand davon aus, dass diese Ehe vielleicht nur ein paar Jahre halten wird. Das gilt ja nicht nur für Paare im Filmgeschäft. Weil der Honeymoon garantiert nicht ewig anhält, muss man an einer Beziehung arbeiten. Brad und ich gehen absolut ehrlich miteinander um. Kommunikation ist uns sehr wichtig. Liebe ist Arbeit! Also muss man seine Wahl treffen und sich entscheiden, ob man mit diesem Menschen zusammenbleiben will oder nicht. Wenn ja, muss man etwas dafür tun.

Brad Pitt und Sie sind durch Dreharbeiten oft getrennt. Wie kommen Sie damit klar?
J.A.: Wir haben in den vergangenen Jahren viel Glück gehabt, weil Brad meistens in L.A. gearbeitet hat, so dass wir uns abends oder am Wochenende sehen konnten. Aber ganz generell ist es schon ein verrückter Job! Es gibt Zeiten, da leben wir wie die Zigeuner. Und ohne Vertrauen geht nichts, schon gar nicht, wenn man längere Zeit getrennt ist.

Ist Eifersucht ein Problem?
J.A.: Auch daran haben wir gearbeitet. Das Problem ist aus dem Weg geräumt. Eifersucht ist kein Thema mehr zwischen uns.

Ist es eher ein Vorteil oder ein Nachteil, dass Sie beide im Filmgeschäft arbeiten?
J.A.: Es hilft sicher, dass wir beide Schauspieler und erfolgreich sind. Unser Alltag ist nur mit wenigen Konflikten belastet, weil wir beide aus eigener Erfahrung wissen, was es bedeutet, in dieser Branche zu arbeiten und welche Verpflichtungen dieser Job mit sich bringen kann. Krank macht, unter dieser ständigen Beobachtung zu stehen. Ganz normale Dinge - wie in der Stadt spazieren zu gehen oder im Straßencafé zu sitzen - ist für uns fast unmöglich. Deswegen fahren Brad und ich oft für einen Tag mit unseren Hunden an die Pazifik-Küste, machen dort endlose Spaziergänge oder campen auch mal in der Wildnis.

Was verbindet Brad Pitt und Sie?
J.A.: Wir akzeptieren uns, mit unseren Unsicherheiten und unseren Ängsten. Brad und ich müssen uns nichts vormachen. Und wir haben viele Gemeinsamkeiten. Brad interessiert sich für Architektur, ich für Antiquitäten. Das ergänzt sich wunderbar. Wir lieben Tiere, sind sehr interessiert an philosophischen Themen, können stundenlang diskutieren. In unserer Freizeit brauchen wir keine Action, wir fahren lieber in die Natur, campen oder genießen es, am Pool zu liegen und nichts zu tun.

Brad Pitt wünscht sich angeblich sieben Kinder, Sie nur zwei... Wann soll's so weit sein?
J.A.: Mit dem Kinderkriegen haben wir bewusst gewartet, denn ich wollte erst "Friends" abschließen. Eine Karriere braucht Zeit, und ein Kind auch. Doch jetzt ist der richtige Zeitpunkt für uns gekommen, eine Familie zu gründen. Brad und ich sind bereit, Eltern zu werden, und als nächstes steht definitiv ein Baby an!

Werden Sie Ihre Karriere der Familie zuliebe auf Eis legen?
J.A.: Nein... ich werde sie für eine Zeitlang etwas herunterfahren, aber ich traue mir durchaus zu, ein Kind zu haben und weiterhin zu arbeiten. Es muss ja keine Serie mehr sein...

Interviews

Interview mit Jennifer Aniston
Interviews, 23. Februar 2004
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