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Spiel mir das Lied vom Tod

Spiel mir das Lied vom Tod
Teaser:
Über diesen Klassiker gäbe es so viel zu schreiben, ja, ein ganzes Buch könnte man mit den Fakten und Anekdoten rund um Sergio Leones Meisterwerk von 1968 füllen. Oder eine Bonus-DVD. Prima Idee!

Veröffentlicht:
17.10.2003
Paramount hat uns den Gefallen getan und ein hochwertiges Doppel-DVD-Set im Digipack produziert. Ein echter Leone-Cardinale-Fonda-Bronson-Fan kommt jedoch an der gehaltvolleren Deluxe-Edition in der Holzkiste inklusive zusätzlicher Soundtrack-CD und Bonus-Mundharmonika nicht vorbei. Sie wissen ja - der Fremde mit der Mundharmonika. Nein? Okay, hier die Story dieses Westernjuwels...

Jener Fremder (Charles Bronson) ist hinter Frank (Henry Fonda) her, einem Killer, der dem Railroad-Tycoon Morton (Gabriele Ferzetti) den Weg für seine Eisenbahn ebnet bzw. freischießt. Auch Jills (Claudia Cardinale) frisch angetrauter Gatte Brett (Frank Wolff) und dessen Kinder müssen sterben, weil es dem Bösewicht zu aufwändig ist, die Familie von ihrem Land zu vertreiben.

Die aus New Orleans angereiste Jill bezieht ihr Erbe, die Farm "Sweetwater", dennoch - trotz der lauernden Gefahr. Im Kampf gegen Frank und Co. erhält sie Unterstützung von Cheyenne (Jason Robards), der doch eigentlich ein Bandit ist, und vom Fremden mit der Mundharmonika...

"Spiel mir das Lied vom Tod" dauert mehr als zweieinhalb Stunden, und das liegt wahrlich nicht am Wortreichtum des Films. Zu viele Dialoge hätten der beeindruckenden Komposition aus Bild-Geräusch-Assoziationen auch nur geschadet. So aber macht der Zuschauer haut- und vor allem ohrnahe Bekanntschaft mit der Härte und Trostlosigkeit des Wilden Westens. Das eintönig bzw. zweitönig quietschende Windrad, das zusammen mit dem Wind, dem tropfenden Wasser und der nervenden Mücke die Soundkulisse der ersten Minuten bildet - das ist Kunst.

Wer "Spiel mir das Lied vom Tod" gesehen hat, wird aber etwas Anderes zeitlebens nicht mehr aus den Gehörgängen schrubben können: die eindringliche Melodie der Mundharmonika. Gibt es eine berühmtere Kombination von vier Tönen? Okay, Bronson hält das Instrument zwar wie ein Wurstbrot, aber was soll's.

Herzstück der Bonus-DVD ist die dreiteilige Dokumentation zu Sergio Leones Lebenswerk, mit dem Schwerpunkt auf "Spiel mir das Lied vom Tod". Die noch lebenden Weggefährten kommen zu Wort (Cardinale, Bertolucci), die toten auch (Fonda), sowie Leone selbst.

Fazit: lange Rede, kurzer Sinn! Ein Bundle, das außer dem Hauptfilm noch alles Wissenswerte rund um dessen Entstehungsgeschichte vermittelt, muss einfach spitze sein. Außer - der Hauptfilm ist Mist. Aber wir reden hier schließlich nicht von "Herkules in New York".

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