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Die Liebenden von Pont-Neuf

Die Liebenden von Pont-Neuf

Teaser:
Das letzte Mal, als ich nach zehn Filmminuten aufs Klo rennen wollte, saß ich in der Premiere von "Der Soldat James Ryan" - 6. Reihe, Sitz 12, mittendrin. Ich konnte also schwerlich raus, und so blieb ich denn sitzen. Jetzt, bei "Die Liebenden von Pont-Neuf", war mir nach zehn Minuten genauso schlecht - wenn auch die beiden Streifen nicht unbedingt miteinander vergleichbar sind.

Veröffentlicht:
15.04.2003
 
Jetzt, bei "Die Liebenden von Pont-Neuf", hätte ich im Unterschied zu damals flugs aufstehen können, aber ich tat es nicht. Es sollten schließlich irgendwann die zarten Knospen der Liebe aus dieser filmischen Exkrementensammlung blühen...

Paris, Anfang der Neunziger: Alex (Denis Lavant), ein junger Obdachloser, lebt auf bzw. unter der Pont-Neuf, der Brücke Nr. 9, deren "Chef" der alte Hans (Klaus-Michael Grüber) ist. Eines Tages findet Alex die Malerin Michèle (Juliette Binoche) schlafend auf der Brücke. Der Alte will sie unter keinen Umständen dulden, doch der Junge entwickelt schnell leidenschaftliche Gefühle für die Clochard-Dame.

Sie trägt ein großes Pflaster auf dem linken Auge, die Sehkraft des rechten wird von Tag zu Tag schlechter. Auf dem "Weg in die Dunkelheit" begleitet sie Alex, der eigentlich Artist und Feuerschlucker ist. Die beiden werden ein Paar und leben in einem Chaos aus Dreck, Leidenschaft, Alkohol und - trotz aller Widrigkeiten - absoluter Freiheit.

Als Michèle fast erblindet ist, entdeckt Alex in der Metro ein Plakat, das ein großes Foto von ihr zeigt. Ihr Vater sucht sie, denn es gibt begründete Hoffnung auf Heilung. Alex gerät in Panik, denn er befürchtet, Michèle zu verlieren. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf...

"Die Liebenden von Pont-Neuf" ist kein Film für zartbesaitete Naturen, die sich mal eben eine romantische Liebeskomödie à la "The Wedding Planner" anschauen möchten. Für ein solches Filmchen sieht Hauptdarsteller Denis Lavant auch zu kaputt aus. Der DVD-Player-Besitzer bekommt ein unangenehmes Potpourri aus Aggression, Verzweiflung und vor allem ständiger Suche nach Zärtlichkeit vorgesetzt.

Eine ganz und gar außergewöhnliche Produktion, nicht nur was die Umsetzung auf Zelluloid betrifft: Geldmangel und Unfälle dehnten die Drehzeit auf drei Jahre. Statt der veranschlagten 35 Millionen Francs kostete der Film satte 130 Millionen.

Also ein Flop? Mitnichten. Es gibt wohl keine Liebesgeschichte, die so grausam und unappetitlich ist. Und doch ist sie eine Geschichte über die echte Liebe. Getragen von hervorragenden Hauptdarstellern und sagen wir mal... lauten Bildern.

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