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Schwarze Sonne

Schwarze Sonne

Mythologische Hintergründe des Nationalsozialismus
Teaser:
1933 - 1945: Nie hat ein so kurzer Zeitraum so viel Geschichte gemacht. Die Thematik des Dritten Reichs ist jetzt, fast sechzig Jahre nach seinem Untergang, in Diskussionen und Dokumentationen präsent wie nie - und das ist gut so. Sinn und Zweck der Geschichtswissenschaft ist schließlich das Vermeiden der Wiederholung von selbst verschuldeten Katastrophen. Bewusstsein gegen Vergessen.

Veröffentlicht:
18.02.2003
 
Die Enkelgeneration hat nicht zu verantworten, was damals passierte, sie kann unbelastet an den Stoff herantreten. Diese Chance impliziert aber auch die Verpflichtung, kritisch und vorurteilsfrei zu arbeiten. Das hat Rüdiger Sünner mit seinem Dokumentarfilm "Schwarze Sonne" getan.

"Schwarze Sonne" berichtet von den vielen Puzzlestücken, aus denen sich die Nazis äußerst willkürlich ihre Ideologie bastelten. Man erfährt von den Ursprüngen des "Ariermythos", der schon Ende des 19. Jahrhunderts entstand, als okkulte Gruppen Legenden, Runenzeichen und Naturphänomene (z.B. natürlich entstandene Steinformationen in Österreich) zugunsten ihrer Sicht von der Dominanz der "arischen Rasse" missbrauchten.

Woher stammt das Hakenkreuz? Wieso verwendete die SS den Totenkopf als Symbol? Was bedeutet eigentlich "Arier"? Der Autor und Regisseur lässt von Anfang an keinen Zweifel aufkommen: Nationalsozialistische Mythenforschung hatte keinerlei wissenschaftlichen Anspruch, sondern diente allein der Selbstbeweihräucherung und gewann immer groteskere Züge. So glaubte Himmler doch tatsächlich, die Reinkarnation von König Heinrich I. zu sein.

Als Zuschauer wird man sich bewusst, welche Macht Bilder auf Menschen haben können. "Hätten die Humanisten bessere Bilder gehabt, wären die Nazis nicht an die Macht gekommen", lautet ein Zitat im Film, während ein Foto des Flakscheinwerferszenarios beim Reichsparteitag in Nürnberg eingeblendet ist.

Ein wertvolles Extra der DVD ist das Interview von Alexander Kluge mit Rüdiger Sünner. "Man muss das Gift studieren", sagt Kluge dabei resümierend. Ein Fazit, das zu weiterem Studium anregen sollte. Denn letztendlich kann "Schwarze Sonne" nur einen groben Überblick geben. Der ist allerdings gelungen.

"Schwarze Sonne" ist erschienen bei absolut MEDIEN
 
 

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