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Die neun Leben des Tomas Katz

Die neun Leben des Tomas Katz
Teaser:
London in irgendeinem Jahr, Stunden vor irgendeiner Sonnenfinsternis: Die Apokalypse droht. Eingeläutet wird sie durch das Auftauchen eines chamäleonhaften Wesens mit Namen Tomas Katz oder auch einfach nur No. No kommt aus der Kanalisation neben der Autobahn, wo er das sagenhafte Sternenkind, Symbol der menschlichen Existenz, gefangen hält, und er spielt neunmal den Körperfresser:

Veröffentlicht:
14.07.2003
Als Anhalter steigt er in ein Taxi und übernimmt die Rolle des Taxifahrers, der wiederum wird als Anhalter auf der Straße zurückgelassen. Als Taxifahrer chauffiert No den britischen Fischerei-Minister, übernimmt dessen Rolle und lässt ihn als verwirrten Taxifahrer zurück. Der Fischereiminister/No hingegen geht ins Parlament und erklärt sogleich dem völlig überraschten Gwupigrubinudnyland den Krieg.

Weiter geht's als Chef der Londoner U-Bahn, Mr. Schlauch, der ohnehin schon immer die Weltherrschaft erlangen wollte: Kurzerhand wird die Metrostation zum Wartesaal ins Totenreich. Als Schulkind stiftet No die anderen Kids an, die Schule anzuzünden, als seniler Rentner lässt er sich das gesamte Staatsvermögen auf sein Konto überweisen und ruiniert so Großbritannien, Gott entpuppt sich als gelangweilter Sicherheitsbeamter namens Dave und löscht mittels reiner Willenskraft alles aus, was ihm missfällt (Häuser, Hunde, Autos, Röcke und so weiter).

Währenddessen werden sämtliche Taxifahrer gaga bzw. landen irgendwie bei einer Fabrik für koscheres Dosenfleisch, und wirre Streifenpolizisten geben der Einsatzzentrale Meldungen von "Fensterverschwörungen" und "erhöhtem Sprachaufkommen in Potter's Bar". Allein der blinde Polizeichef von London erliegt nicht der hirnzerstörerischen Magie und beschließt, dass dem anarchischen Chaos nur mittels esoterischer Methoden beizukommen sei. Immerhin sei London das Zentrum des Universums. Wird er das Sternenkind und damit die Menschheit retten können?

Dieser schwarzhumorige Low-Budget-Film ist wie eine Mischung aus MTV-Werbeclips, Monty Python, den Marx Brothers und Bulgakows "Meister und Margarita" - schwarzweiße Anarchie pur. Regisseur und Drehbuchautor Ben Hopkins zitiert ungeniert die Filmgeschichte von wackeliger Stummfilmästhetik bis Buñuel, von Richard Lester und Peter Greenaway bis David Lynch. Schnelle Schnitte, rhythmisch unterlegt von Elektroklängen, geben der rasanten Handlung den passenden dynamischen Rahmen. Ein skurril-witziger, origineller Film - nicht nur für Cineasten!

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