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Y Tu Mamá También - Lust for Life

Y Tu Mamá También - Lust for Life
Teaser:
"Nicht noch ein Teenie-Film!" möchte man fast sagen. Aber keine Angst: "Y Tu Mamá También" ist kein Teenie-Film, sondern eine Geschichte übers Erwachsenwerden.

Veröffentlicht:
07.03.2003
Die beiden 17-jährigen Mexikaner Julio und Tenoch sind hübsche Kerlchen, aufgeweckt und rotzfrech. Wenn sie Sex mit ihren Freundinnen haben, dauert das nicht länger als die Aktion, auf die man im Allgemeinen "Gesundheit!" erwidert. Und auch sonst leben die Jungens ein Leben auf der Überholspur, sorgenfrei eben. Gesprächsthema Nummer eins: Sex. Nummer zwei: noch lange nichts, Drogen höchstens.

Tenoch ist der Sohn eines wohlhabenden Politikers. Bei einer Familienfeier - einer Hochzeit, genauer gesagt - lernen er und Julio die zehn Jahre ältere, äußerst attraktive Luisa kennen. Die Spanierin ist die Frau von Tenochs Cousin, einem aufgeblasenen Schriftsteller.

Die Kükenmachos packen ihren ganzen Charme aus, und der kann einer Frau wie Luisa nicht wirklich die Kleider vom Leib brennen. Was macht man da als pubertierende Hormonbombe, die keine Lust hat, dauernd nur den Selbstauslöser zu drücken? Man erzählt der Dame die Story vom geflügelten Mammut. In diesem Fall: von Boca del Cielo ("Himmelsmund") - einem erfundenen Traumstrand, der angeblich das nächste Urlaubsziel von Tenoch und Julio ist.

Eher scherzhaft entgegnet die spanische Schönheit, sie würde gerne mitkommen. Als sie kurze Zeit später jedoch erfährt, dass sie ihr Mann betrügt, ruft sie bei Tenoch an. Der ist sprichwörtlich aus dem Häuschen, macht Julio mobil und gemeinsam holen sie Luisa ab. Der Beginn einer etwas anderen Studienfahrt...

Wer nicht auf derbe Sprüche steht, darf sich "Y Tu Mamá También" nicht anschauen. Schon der Titel (übersetzt: "Und deine Mutter auch") ist ein krasses Beispiel für Tenochs und Julios Umgangston, der genaue Zusammenhang dieser Ellipse findet sich am Ende des Films. Von Anfang an wollen die Teenager nur eins: Buisa lumsen! Doch erstens kommt es anders... und schneller, als man denkt.

Regisseur Alfonso Cuarón hat hier keineswegs einen müden Abklatsch hollywoodscher Teenie-Einheitsware abgeliefert. Tenoch und Julio sind echt: direkt, unverschämt, verantwortungslos und geil. Sie sind so, weil sie keine Kinder mehr sind und noch lange keine Erwachsenen. Luisa ist erwachsen, doch sie hält ihre Probleme geschickt von den übermütigen Jungs fern.

Die Authentizität macht also den großen Unterschied dieses Streifens zu "American Pie" & Co. aus. Deshalb endet "Y Tu Mamá También" auch nicht mit einem Kuss am Strand, sondern mit einer Art Fausthieb ins Gesicht der Jungs, den das Leben austeilt. Ein nachdenklicher Film zum Kranklachen.

"Y Tu Mamá También" ist erschienen bei Fox Home Entertainment
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