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Chocolat... ein kleiner Biss genügt!

Chocolat... ein kleiner Biss genügt!

Teaser:
Es gibt zwei Möglichkeiten, mit Versuchungen umzugehen: nachgeben oder ignorieren. Letzteres ist zumeist zum Scheitern verurteilt, das wissen wir alle. Dies ist aber auch gar nicht das Problem. Nein, das Problem ist das schlechte Gewissen. Muss das denn sein?

Veröffentlicht:
03.02.2003
 
Frankreich, 1959: Es stürmt heftig, der Wind bläst zwei rotkapuzige Gestalten, eine klein, die andere größer, ins brave Städtchen Lansquenet-sous-Tannet. Vianne (Juliette Binoche) und ihre Tochter Anouk (Victoire Thivisol) sind dem Bürgermeister und Sittenwächter, dem Comte de Reynaud (Alfred Molina), sofort suspekt. Als die Neue mit dem allzu respektlosen Mundwerk und den - Gott bewahre! - roten Pumps mitten in der Fastenzeit auch noch die Dreistigkeit besitzt, eine Chocolaterie zu eröffnen, ist das Schokoladenmaß voll. Der Bürgermeister will die Kakaokünstlerin rausekeln.

"Montezumas Stärkungsmittel und Aphrodisiakum", "Guatemaltekischer Liebeszaubertrank" und "Heiße Schokolade mit einer Prise Chili" - für jeden Bewohner ist etwas dabei. Zwar gehen die Menschen anfangs noch, nach einem neugierigen Blick ins Fenster, am wundersamen Geschäft vorüber, doch das Ignorieren von Versuchungen ist - wie wir wissen - früher oder später zum Scheitern verurteilt. Mehr und mehr geben sich die Einwohner der süßen Verlockung hin.

Der Comte kocht vor Wut! Zu allem Übel legt unten am Fluss auch noch ein Haufen Streuner mit seinen Hausbooten an, angeführt von Roux (Johnny Depp). De Reynaud erklärt den Aggressoren endgültig den Krieg...

Absurd, absurd. "Chocolat" erzählt von einem Feldzug gegen den Genuss des Seelentrösters Nummer eins, der Schokolade. Bei näherem Hinsehen erkennt man aber ziemlich schnell, dass mehr dahintersteckt: Dass der Film dazu aufruft, Besonnenheit und engstirnige Sturheit bitte nicht zu verwechseln.

Der Streifen basiert auf dem Roman von Joanne Harris und ist - man kann nur staunen - eine Produktion aus den USA. Die Zutaten allerdings, die stammen aus aller Herren Länder und geben dem süßen Rezept ordentlich internationale Raffinesse: Regisseur Lasse Hallström stammt aus Schweden, Juliette Binoche aus Frankreich, Johnny Depp ist ein ziemlich europäischer Amerikaner und Alfred Molina ein waschechter spanischer Italo-Brite.

Da ist es fast schon Pflicht, den Film in der Originalfassung anzusehen - die DVD macht's möglich. Apropos DVD: Schokoladige Rezeptideen sind eine nette Abwechslung zum sonstigen Bonus-Einerlei. Das hätten dann auch noch zwei, drei mehr sein dürfen. Eine rundum gelungene Création du Chef, diese leckere Digital Versatile Disc.

"Chocolat... ein kleiner Biss genügt!" ist erschienen bei EuroVideo
 
 

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